Über diese Website...

Themen:

In der Übersicht finden Sie die ersten 1-2 Absätze eines jeden Artikels, sortiert nach Erstellungsdatum, - den neuesten also jeweils als ersten.

Zur Frage gefährlicher Hunde

Das Thema gefährlicher Hunde wird in mehr oder minder grossen Abständen aus jeweils aktuellem Anlass immer mal wieder medial hochgekocht worauf die Politik unter Druck gerät und zu einer sachlich wenig begründeten Anlassgesetzgebung neigt.

Das Problem scheint mir darin zu bestehen dass hier zwei diametral gegenüberstehende Interessenlagen vorliegen was extrem formuliert eine für alle befriedigende Lösung unmöglich macht: Einerseits der berechtigte Anspruch des Bürgers auf größtmögliche Sicherheit, auf der anderen Seite der ebenso berechte Anspruch der Hundehalter auf artgerechte Haltung der Hunde. Eine sachlich begründete Lösung würde von beiden Seiten Abstriche erfordern: Beim Bürger beim Anspruch auf absolute Sicherheit, die es ja auch in anderen Lebensbereichen nicht gibt, beim Hundehalter wären Einschränkungen hinsichtlich Zucht und Haltung von Hunden notwendig. Falls sich die Politik zu einer solchen Lösung entschliessen könnte hat sie gute Chancen sich überall unbeliebt zu machen, - und das ist nicht gerade das was sich Politiker die wiedergewählt werden wollen wünschen.

Dabei wäre schon viel gewonnen wenn

  •  die Exekutivorgane - und diejenigen die deren finanzielle und personelle Ausstattung zu entscheiden haben - ihrer Verantwortung in höherem Maße gerecht würden und von den bestehenden rechtlichen Möglichkeiten Gebrauch machten.
  • Rassezuchtverbände nicht nur formal sondern auch faktisch das Zuchtgeschehen so lenken würden dass die Aggressivität der Hunde begrenzt und deren Reizschwelle erhöht wird. Die Zucht und Abrichtung "scharfer" Hunde ist ein Anachronismus der in der heutigen Zeit bestenfalls im Kontext von Exekutivorganen noch Sinn macht, keinesfalls aber in der Hand von Privatleuten.
  • Zucht, Handel und Haltung von Hunden durch der Sache angemessene und praktisch exekutierbare gesetzliche Maßnahmen reguliert würden. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre die bundesweite Einführung einer eindeutigen Identifikation durch Mikrochips und der Verbot des Handels mit Hunden im Tierhandel.

Sollte es nicht gelingen in diesen Fragen einen tragfähigen, gesellschaftlich anerkannten Kompromiss herzustellen so besteht die Gefahr dass die mehr als 10000 Jahre alte Koevolution von Mensch und Hund ein Ende findet, - und das nicht nur zum Schaden der Hunde!