Künstliche Besamung
Eine fortschrittliche Methode gegen die genetische Verarmung der Rassehundezucht?
Der folgende Text wurde in einer etwas verkürzten Form im Auftrag der Zeitschrift "Hundewelt" verfasst und erschien in der Nummer 4/2007 dieser Zeitschrift
Künstliche Besamung (KB) ist – wenn man sie streng sachlich betrachtet – eine moderne und speziell in der landwirtschaftlichen Nutztierzucht seit vielen Jahren bewährte Methode der Reproduktion. In der Pferdezucht, in der dieses Verfahren zu Beginn mit großer Skepsis betrachtet wurde zählt KB inzwischen auch schon zu den Routinemaßnahmen im Rahmen der Warmblutzucht.
Wie bei jedem technischen Verfahren sind mit der Anwendung der KB Vorteile aber auch Gefahren verbunden, die man kennen und berücksichtigen sollte um größtmöglichen Nutzen aus der Methode zu ziehen
In der Hundezucht herrscht in Hinblick auf KB nach meiner Einschätzung zurzeit eine Einstellung wie anfangs in der Rinder- oder Pferdezucht. Ein großer Teil der Züchter betrachtet das Verfahren mit Misstrauen, einem Misstrauen, das aber in vielen Fällen in erster Linie von unzureichendem Wissen über die relevanten Aspekte der Methodik getragen ist.
Ein wenig mitverantwortlich für das Misstrauen mag auch der Begriff "künstliche Besamung" selber sein, da er ein wenig den Eindruck entstehen lässt, dass hier sozusagen auch "künstliches Leben" geschaffen wird. Nüchtern betrachtet ist die KB aber nichts anderes als eine ganz natürliche Befruchtung bei der die Samenzellen nicht auf direktem Weg durch den Rüden selber sondern auf dem Umweg über den besamenden Tierarzt in die Hündin gelangen. In der Veterinärmedizin wird daher auch bevorzugter weise der Begriff "instrumentelle Samenübertragung" verwendet.
Nach dem Motto „der Feind, den man kennt, ist kein Feind mehr“ sollte eine sachliche und umfassende Auseinandersetzung mit den Vorteilen und möglichen Gefahren der KB helfen, dieses Misstrauen abzubauen und dem Verfahren auch in der Hundezucht zu dem Stellenwert und der Bedeutung zu verhelfen, die sich aus den sachlichen Möglichkeiten ergeben. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die KB in der Hundezucht zum Teil eine ganz andere Rolle spielt bzw. spielen kann als in der Zucht landwirtschaftlicher Nutztiere.
Zunächst seien kurz und wertfrei die rein technischen Aspekte genannt:
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KB ermöglicht eine hygienische Samenübertragung ohne die Gefahr der Übertragung von Infektionen
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Die im Zusammenhang mit KB notwendige engmaschige Untersuchung der Hündin und des Rüden gewährleistet eine hohe Fruchtbarkeit
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KB ermöglicht die Verpaarung von Hunden auch über große Entfernungen
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KB ermöglicht die Konservierung von Sperma
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KB ermöglicht die Befruchtung auch dann wenn eine Belegung auf natürlichem Weg nicht möglich ist.
Abgesehen von den beiden erstgenannten Punkten, deren genauere Diskussion den darauf spezialisierten Fachleuten überlassen bleiben muss, bieten die drei weiteren Punkte sowohl die Möglichkeit einer sinnvollen Nutzung in der Hundezucht aber auch die Möglichkeiten des Missbrauches und können daher langfristig den Hundepopulationen schaden.
Bevor ich auf diese Aspekte eingehe kurz ein paar Worte zum Problem der genetischen Verarmung von Hundepopulationen. Der Vorteil genetischer Vielfalt liegt in einer besseren Anpassungsfähigkeit an wechselnde und belastende Umweltbedingungen. Das gilt für das Einzelindividuum genauso wie für eine Population. Als Spezies zeigt der Hund im Grunde sogar eine sehr große genetische Vielfalt, bedenkt man allein die große Zahl unterschiedlichster Rassen. Einzelne Rassen und damit auch individuelle Hunde vieler Rassen sind aber in ihrer genetischen Vielfalt mehr oder weniger massiv eingeschränkt. Die Konsequenzen, die sich insbesondere für die einzelnen Hunde durchaus verheerend auswirken können liegen einerseits in einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber schädigenden Umwelteinflüssen unterschiedlichster Art. Unter anderem die große Verbreitung von allergischen oder Immunvermittelten Erkrankungen aber auch von Futtermittelunverträglichkeiten zeigen eindringlich die schon fast alltäglichen Konsequenzen für die betroffenen Hunde. Auf der anderen Seite ist auch die in vielen Rassen starke Verbreitung unterschiedlichster genetischer Defekte eine Folge der durch die genetische Verarmung bedingten zunehmenden Homozygotierung rezessiver Defektgene.
Der Grund warum das Problem der genetischen Verarmung gerade in Hunderassen so verbreitet ist, liegt einerseits in der durchwegs geringen bis sehr geringen Populationsgröße anderseits aber auch in bewusst eingesetzten Zuchtstrategien, die in erster Linie auf die Verbesserung des Formwertes abzielen. Hier sind es vor allem Linienzucht und der übermäßige Zuchteinsatz einzelner besonders gefragter Rüden die zu einer Verstärkung der genetischen Verarmung beitragen. Paradoxerweise führen aber auch die legitimen und notwendigen Selektionsmaßnahmen gegen genetische Defekte zu einer weiteren Reduzierung der genetischen Vielfalt. Denn mit jedem Tier, das wegen eines Erbfehlers aus der Zucht ausgeschlossen wird gehen der Population auch dessen positive Gene verloren.
Im Licht dieser Problematik kann nun der instrumentellen Samenübertragung in der Hundezucht eine besondere Bedeutung im positiven aber auch im negativen Sinn zukommen.
Verpaarung von Hunden auch über große Entfernungen
Dieser Aspekt ermöglicht die Verwendung populationsfremder Hunde der eigenen Rasse (z.B. Verwendung eines US-Rüden für Europäische Hündinnen) und damit zunächst einmal eine Erweiterung der genetischen Varianz, oft auch als „Blutauffrischung“ bezeichnet. Dieser an sich positive Effekt kann sich aber langfristig gesehen ins Gegenteil verwandeln wenn
a) der populationsfremde Rüde selber oder einer seiner direkten Nachkommen im Übermaß züchterisch genutzt wird.
b) dieser Rüde Träger eines oder mehrerer Defektgene ist, die bisher in der Population noch nicht vorhanden waren.
Problematisch wird der Aspekt der „Fernverpaarung“ auch dann, wenn einzelne ohnehin bereits im Übermaß genutzte Rüden über die Möglichkeit der KB für eine noch größere Anzahl von Hündinnen verfügbar sind.
Konservierung von Sperma durch Tiefgefrieren
Im Sinne der Möglichkeiten zur Erhaltung der genetischen Varianz einer Population ist dieser Aspekt der am meisten Erfolg versprechende. Denn die Konservierung von Sperma bietet verschiedene Vorteile:
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Man kann junge viel versprechende Rüden zunächst probeweise einsetzen, danach Sperma konservieren und wenn man einen Überblick über die Qualität ihrer Nachkommen hat allenfalls auch noch nach Jahren das züchterische Potential dieser Rüden nutzen.
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Man kann von züchterisch bewährten Rüden, die man nicht mehr im Sinne eines Popular Sire im Übermaß einsetzen will Sperma konservieren und dieses noch Generationen später nutzen.
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Die wichtigste und interessanteste Möglichkeit speziell im Sinne der Erhaltung bzw. Verbesserung der genetischen Vielfalt besteht darin dass man von Rüden die aktuell aus verschiedensten Gründen nicht in der Zucht eingesetzt werden, Sperma konserviert und dieses zu einem späteren Zeitpunkt nützt. In diesem Fall sind natürlich die Gründe zu berücksichtigen, die einen aktuellen Zuchteinsatz eines Rüden verhindern. In vielen Fällen hat aber die Entscheidung gegen einen Zuchteinsatz eines Rüden nichts mit fehlender züchterischer Qualität zu tun sondern liegt einfach im persönlichen Entscheidungsbereich des Besitzers. Nicht jeder Rüdenbesitzer hat Lust, Zeit oder das Geld sich den unvermeidlichen Ausstellungen, Leistungs-, Wesens- und sonstigen -prüfungen zu unterziehen, die dem Zuchteinsatz eines Rüden vorausgehen. Dennoch kann so ein Rüde sehr positive Eigenschaften besitzen, die sich auch im Laufe seines Lebens zeigen. So ist sicherlich ein Rüde, der 15 Jahre alt geworden ist, kaum jemals einen Tierarzt gebraucht hat und sein Leben lang seinem Besitzer und seinem sonstigen menschlichen und tierischen Umfeld ein verträglicher und angenehmer Gefährte war auch ohne große Ausstellungs- und Prüfungserfolge als züchterisch wertvoll für die Population anzusehen.
Befruchtung auch wenn eine Belegung auf natürlichem Weg nicht möglich ist
Dies ist sicherlich auf den ersten Blick die unerwünschteste bzw. problematischste Form des Einsatzes von KB. So formulieren auch alle FCI-anerkannten Zuchtverbände in den Zuchtstatuten, dass eine KB, wenn überhaupt, nur dann zulässig ist, wenn beide Paarungspartner vorher bereits zumindest einmal einen Wurf über eine natürliche Paarung gebracht haben. Diese Bestimmung macht auch grundsätzlich Sinn, zumindest für viele Rassen. Im Zusammenhang mit der Erhaltung der genetischen Vielfalt aber nicht für alle. Denn die Wirklichkeit ist nun mal nicht immer so, wie Zuchtverbände sie nach außen hin scheinen lassen wollen. Blickt man hinter die Kulissen dann findet man Rassen, bei denen der natürliche und unkomplizierte Deckakt die absolute Ausnahme darstellt. Sei es, dass die rassetypische Anatomie eine natürliche Annäherung der Partner verhindert, sei es, dass durch generationenlange "Nachhilfe" beim Deckakt das normale Deckverhalten bereits der genetischen Drift, also der Zufallsveränderung unterworfen war. Und dann gibt es natürlich auch noch die Fälle in denen anatomische Anomalien des Genitaltraktes wie z.B. Scheidenspangen bei der Hündin oder Vorhautverengung beim Rüden eine natürliche Deckung verhindern. Aber auch fehlende Sympathie zwischen den Paarungspartnern kann einen natürlichen Deckakt in Frage stellen. Auch dieses Problem ist in manchen Rassen bekannt.
Insbesondere dann, wenn, wie es heute recht üblich ist, Hündinnenbesitzer weite Reisen auf sich nehmen um zum Rüden ihrer Wahl zu kommen, sind vergebliche Deckbemühungen unweigerlich mit einem hohen Ausmaß an Frustration verbunden und stellen auch in ökonomischer Hinsicht eine nicht unwesentliche Belastung für den Besitzer der Hündin dar. Es ist anzunehmen dass nicht wenige potentielle Züchter nach solchen Erfahrungen die Lust bzw. die Motivation für weitere Versuche verlieren und dass damit die betreffenden Hunde der Population als Zuchttiere verloren gehen.
Dass die Deckproblematik als rassetypisches Merkmal durchaus bereits Geschichte hat mag ein Auszug aus einem "Klassiker" der Hundezucht, der sicherlich bei einem Großteil der Züchter im Bücherregal vertreten ist, zeigen. Gemeint ist das Buch von Dr. Dieter Fleig, "Die Technik der Hundezucht". So wird hier der Paarungsvorgang (Seite 71-72) wie folgt beschrieben:
Im günstigsten Fall darf die Hündin ihren Liebhaber erst einmal an der Leine begrüßen. Nach dem Beschnuppern geht es dann aber gleich zur Sache. Der Hündinnenbesitzer erhält die Anweisung, sich vor seiner Hündin zu postieren, sie fest am Halsband zu halten, keinesfalls nach vorne oder seitlich entweichen zu lassen. Nun führt der Rüdenbesitzer seinen Rüden von hinten an die Hündin heran, dieser darf kurz schnuppern oder lecken, steigt auf, klammert und arbeitet sich nach vorne. Findet er seinen Weg nicht, - was sehr häufig bei Erstlingsrüden der Fall ist - so kriecht der Rüdenbesitzer selbst unter die Hunde, stützt die Hündin ab, damit sie nicht einknickt. Dann manipuliert er die Scheide so, dass der Rüde im Vorwärtsstoßen sein Ziel findet. Routinierte Rüden sind an eine solche Hilfestellung gewöhnt. Sie stoßen nach vorne durch. Und jetzt umfasst der geübte Rüdenbesitzer von hinten beide Partner, je nach Größe der Hündin verschränkt er beide Hände unter dem Bauch der Hündin, drückt gleichzeitig mit beiden Knieinnenseiten gegen die Hinterschenkel des Rüden. Dies ist eine Umklammerung, die technisch so geschickt ist, dass dem "glücklichen Paar" eigentlich keine andere Wahl bleibt, als so zusammengepresst zu verharren."
Und eine Seite weiter wird ein außenstehender Beobachter einer solchen Paarung zitiert:
"Wenn das bei Menschen auch so schwierig wäre, ginge ich ins Kloster".
So schwierig ist es nun tatsächlich nicht bei allen Rassen. Gottseidank. Aber es gibt Rassen, bei denen die oben genannte Technik, die nun wirklich nichts mit einer natürlichen freiwilligen Paarung zu tun hat, zumindest eine häufige Notwendigkeit darstellt.
Dass diese Rassen dennoch nach wie vor existieren verdanken sie in vielen Fällen der Phantasie bzw. der Tatkraft ihrer Züchter. Von den oben beschriebenen Zwangsverpaarungen, bei denen Rüde und Hündin praktisch ineinander gesteckt werden, bei denen bisweilen die Rolle des fixierenden Hündinnenbesitzers von einem eigens konstruierten Holzgestell übernommen wird, in dem die Hündin festgeschnallt wird, über den Einsatz von so genannten "Rucksackrüden" (in Anlehnung an die Bezeichnung "Rucksackbulle" für die Tierärzte, die in den Anfängen der KB beim Rind den Samen im Rucksack auf den Hof mitgebracht haben), über die Samenübertragung durch Rüden- oder Hündinnenbesitzer selber zum Teil mit Hilfe von über das Internet erhältlichen Verdünnungslösungen, bis zum Einsatz von Metalltrichtern als "Einfädelhilfe" für den Rüden reicht die Palette der Maßnahmen die eingesetzt werden, wenn es denn nicht auf natürlichem Wege klappt. Und all das wird zum Teil gemacht, um zumindest offiziell die strengen FCI-Regeln zu befolgen. Welche Konsequenzen solche Vorgehensweisen für die beteiligten Hunde haben können kann man sich mit nur ein wenig Phantasie vorstellen. Viele Züchter – und ich möchte mal davon ausgehen, dass es die vernünftigeren und seriöseren sind - wenden sich trotz der FCI-Regeln an einen Tierarzt und lassen eine zwar heimliche aber zumindest "lege artis" durchgeführte instrumentelle Samenübertragung machen.
Ich möchte hier nicht missverstanden werden. Meine persönliche Präferenz liegt ganz klar bei einem natürlichen und unkomplizierten Deckakt. Aber meine Präferenz liegt auch bei mittelgroßen, normal proportionierten Hunden, die ohne Bewegungs-, Atem- oder sonstige Probleme eine normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität erreichen und ihre Welpen auf normalem Weg auf die Welt bringen. Und bei wie vielen Rassen nimmt man zugunsten eines mehr oder weniger von dieser Optimalvorstellung abweichenden Rassestandards billigend in Kauf, dass eben diese Punkte nicht zutreffen.
Wenn wir den Hund als das Kulturprodukt, das er nun einmal im Laufe des Domestikationsprozesses geworden ist akzeptieren, und dabei u.a. auch akzeptieren, dass er sich weder sein Futter selber in freier Wildbahn erjagen kann noch sich nach seinem eigenen Ermessen fortpflanzen kann, dann ist eigentlich nur mehr ein kleiner Schritt zur Akzeptanz der KB als Hilfestellung bei der Fortpflanzung.
Und im Gegensatz zu den zahlreichen mehr oder weniger bewusst in Kauf genommen Einschränkungen der Lebensqualität durch genetische Defekte tut dem Hund selber die KB in jedem Fall nicht weh.
Wie jede andere Form von Zuchtstrategien sollte auch der Einsatz von künstlicher Besamung rassespezifisch geregelt werden. So unterschiedlich die einzelnen Rassen in ihren Eigenschaften sind so unterschiedlich sollten auch die jeweils für die Rassen passenden Zuchtstrategien sein. Auch und insbesondere die Frage des Einsatzes der künstlichen Besamung.
Die positiven Aspekte, die sich aus den Möglichkeiten der Paarung auch über große Distanzen und aus der Möglichkeit der Langzeitkonservierung von Sperma ergeben können für jede Rasse nach Bedarf und Möglichkeit genutzt werden.
Der Einsatz von KB als Deckunterstützung bei Vorliegen natürlicher Deckhindernisse sollte allerdings für jede Population speziell und nach genauer und ehrlicher Analyse des Ist-Zustandes und der Populationsstruktur geklärt werden. So ist bei Rassen, bei denen die natürliche Paarung die Norm darstellt und Deckprobleme die Ausnahme sind, die FCI-Regelung (KB nur wenn beide Partner bereits einmal auf natürlichem Weg einen Wurf gemacht haben) absolut sinnvoll und auch aus populationsgenetischer Sicht uneingeschränkt zu befürworten.
Bei Rassen aber, bei denen ein natürlicher Deckakt bereits die Ausnahme darstellt und bei denen vielleicht auch noch auf Grund einer geringen Populationsgröße die genetische Varianz massiv gefährdet ist, wäre es sicher sinnvoller, KB auch für Erstbelegungen zuzulassen. Zu empfehlen wäre allenfalls in solchen Fällen abzuklären ob spezielle Fehler vorliegen, die unabhängig von den Deckproblemen als Zuchtausschlussgrund anzusehen sind (Erkrankungen des Bewegungsapparates, Missbildungen des Genitaltraktes, Verhaltensstörungen im Sinne erhöhter Aggressivität etc.)
In jedem Fall würde in solchen Fällen die offizielle Möglichkeit zur Durchführung einer KB auch bei Erstbelegungen verhindern, dass Deckungen unter fragwürdigen Bedingungen stattfinden, die sich weder mit klinisch-hygienischen Standards noch mit den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes vereinbaren lassen. Und die letztlich in keiner Weise zu einer Erhaltung der natürlichen Paarungsverhalten beitragen können.
Hundekauf - was man vorher wissen sollte…
Tipps zum Hundekauf aus tierärztlicher und populationsgenetischer Sicht.
Wie kommt der Mensch auf den Hund ?
Vor etwa 15000 Jahren kam der Mensch auf den Hund. Zu dieser Zeit wurden die ersten Hunde als Haustiere in der Obhut des Menschen gehalten und gezüchtet. Seither verbindet Mensch und Hund eine lange gemeinsame Geschichte in der der Hund als Wachhund, Hütehund, Jagdhund, oder einfach als Begleithund oder Schoßhund das Leben des Menschen teilte.
Das Zustandekommen der Einzelbeziehung zwischen einem bestimmten Hund und einem bestimmten Menschen basierte wohl immer schon auf verschiedensten Mechanismen. Neben dem reinen Zufall war es in früheren Zeiten wohl in erster Linie der beabsichtigte Verwendungszweck der die Auswahl eines Hundes bestimmte. Aus den im Laufe der Zeit nach funktionellen Selektionskriterien entwickelten Hunderassen konnte sich jeder den für seinen Gebrauch am besten geeigneten Hund auswählen. Diesen fand der zukünftige Hundebesitzer am ehesten in seiner unmittelbaren Umgebung, sei es bei einem Züchter aus der Dorfgemeinschaft, sei es bei einem Züchter der gleichen Profession. So wurde ein künftiger Hütehund wohl am bestem bei einem Hirten erstanden, ein für die Jagd vorgesehener am besten bei einem erfolgreichen Jäger. Es gab aber auch schon recht früh so etwas wie eine Luxuszucht: Zwerghunde, wie z.B. Malteser, die als wertvolle Geschenke unter Fürsten galten, Doggen die nicht nur jagdlichen sondern aus repräsentativen Zwecken dienten und zu hohen Preisen gehandelt wurden.
Die in der jüngeren Vergangenheit aufkommende Liebhaberzucht veränderte sowohl die Selektionsbedingungen in der Hundezucht als auch die Auswahlkriterien bei der Anschaffung eines Hundes. So stand auf einmal nicht mehr die funktionelle Gebrauchsfähigkeit im Mittelpunkt des Züchter- oder Eignerinteresses sondern vielmehr die Begeisterung für ein möglichst ungewöhnliches Exterieur. Vom extremen Zwergwuchs bis zum Riesenwuchs, vom Schlappohr bis zur Stummelrute, von der Haarlosigkeit bis zur Faltenhaut und in den verschiedensten Farbvariationen fanden Hunde ihre Liebhaber.
Die Hunde wurden nicht mehr vor allem bei Züchtern aus der näheren Umgebung sondern je nach Vorliebe und Geldbeutel aus den verschiedensten Quellen erstanden. In vielen Fällen schaltete sich der Zwischenhandel z.B. in Form von Tierhandlungen ein. Hunde wurden nicht mehr nur nach gezielter Auswahl für einem bestimmten Zweck erstanden sondern oft als Spontanentscheidung, z.B. weil der Welpe in der Auslage so herzig war. Heute ist es sehr oft die Medienwerbung die die Entscheidung für eine bestimmte Rasse begründet. West Highland White Terrier, Berner Sennenhunde und Golden Retriever wurden nicht zuletzt zu Modehunden weil die Hundefutterwerbung mit ihnen um Marktanteile kämpfte. Auch Kino- und Fernsehfilme sind für das Kaufinteresse an bestimmten Rassen verantwortlich. Angefangen mit Lassie über Boomer bis zum Kommissar Rex waren hundliche Filmstars Trendsetter für Moderassen.
Es sind vor allem Hundeneulinge die sich durch das filmisch vermittelte Image eines Einzelhundes für eine Rasse begeistern. Dabei sind Enttäuschungen kaum zu vermeiden denn nur in den wenigsten Fällen entspricht der schließlich gekaufte Hund den Erwartungen die aufgrund seines filmischen Vorbildes in ihn gesetzt werden.
Seit der öffnung des Ostens werden sehr viele Hunde aus Billigimporten erstanden wobei wieder vor allem Hundeneulinge auf Angebote aus Zeitungsinseraten reagieren in denen Hunde aus aktuellen Moderassen zu besonders günstigen Preisen angeboten werden. Das vermeintliche Schnäppchen entpuppt sich dann sehr oft als kostenintensiver Dauerpatient oder als verhaltensgestörter Problemhund.
Aber auch erfahrene Hundeleute die sich aus durchaus rationalen Gründen für eine bestimmte Rasse entschieden haben stehen oft vor dem schwierigen Problem der Auswahl eines Hundes der den Anforderungen nach Gesundheit und Wesensfestigkeit entspricht. Genetisch bedingte Defekte und Krankheitsdispositionen sind in vielen Hunderassen verbreitet. Durch rezessive Genwirkungen der Defektgene, unterschiedliche Manifestationszeiten und unterschiedliche Heritabilität der Defekte sieht man dem Welpen meist nicht an welche Krankheiten er möglicherweise einmal bekommen kann. Bei manchen Rassen ergeben sich Krankheitsdispositionen allerdings direkt aus dem gewünschten Rassestandard so dass bei diesen Rassen der Käufer wissen sollte auf welche Gesundheitsrisiken für den Hund er sich einlässt, - mit allen Folgen die dies für den Hund und seinen Besitzer bedeuten.
Dieser Artikel ist gedacht als informative Entscheidungshilfe für potentielle Hundekäufer wobei einerseits dem Hundeneuling geholfen werden soll Fehler zu vermeiden, anderseits auch der erfahrene Hundebesitzer Tipps bekommen soll wie er mit möglichst großer Wahrscheinlichkeit einen gesunden Hund bekommt.
Vorüberlegungen
Die Entscheidung sich einen Hund anzuschaffen ist eine Entscheidung die das Leben für die nächsten 10 bis 15 Jahre ganz entscheidend beeinflusst. Sie sollte daher nicht aus einer spontanen Laune heraus gefällt sondern gut überdacht werden.
1. Gewissensfragen
Bevor man sich grundsätzlich für einen Hund entscheidet, sollte man sich einige Fragen ehrlich beantworten.
- habe ich in den nächsten Jahren voraussichtlich genügend Zeit um die Ansprüche eines Hundes an Zuwendung, Beschäftigung und Bewegung zu erfüllen?
- gibt es bekannte Gründe, die gegen die Anschaffung eines Hundes sprechen wie z.B. Hundehaltungsverbot in der Wohnung, Tierhaarallergie eines Familienmitgliedes?
- bin ich bereit dem Hund zuliebe Kompromisse in anderen Dingen des Lebens einzugehen wie z.B. Planung von Urlaubsreisen, Hundehaare auf dem Teppich?
- habe ich genügend Geld um für die Bedürfnisse des Hundes wie Futter, Impfungen, tierärztliche Untersuchungs- und Behandlungskosten aufkommen zu können?
Die Notwendigkeit dieser Fragen impliziert auch, dass die Entscheidung zur Anschaffung eines Hundes eine persönliche Entscheidung sein muss. Hunde sollten daher niemals als Geschenke gekauft werden.
2. Rassehund oder Mischling ?
Ein guter Hund muss nicht unbedingt ein Rassehund sein. Mischlinge können bezaubernde, wesensfeste und gesunde Hunde sein und sie haben gegenüber dem Rassehund sicherlich einen großen Vorteil: Sie sind im allgemeinen billiger. Wenn man aber davon ausgeht dass der Kaufpreis nur einen Bruchteil der Kosten ausmacht die im Laufe eines Hundelebens anfallen dann sollte der Kaufpreis nicht an erster Stelle der Überlegungen stehen. Denn der Kauf eines Rassehundes hat durchaus einige Vorzüge.
Der größte Vorzug ist wohl dass man weiß wie der Hund als Erwachsener einmal ausschauen wird. Bei Mischlingen kann man das nie so genau wissen. Bei Rassehunden lassen sich auch in etwa bestimmte Wesensmerkmale vorhersehen die sich auf der Basis einer leistungsorientierten Selektion im Lauf der Domestikation entwickelt haben. Die in diversen Rassebüchern aufscheinenden Beschreibungen nach denen ja wohl jede Hunderasse kinderlieb, intelligent und wesensfest ist sind sicherlich mit einiger Vorsicht zu betrachten denn der endgültige Charakter und das endgültige Wesen eines Hundes werden sehr viel mehr durch seine Umgebung geprägt als durch seine Rassezugehörigkeit.
Nichtsdestoweniger kann bzw. muss man bei bestimmten Rassen mit bestimmten Wesensgrundzügen rechnen. So zeichnen sich z.B. alle Jagdhunderassen durch einen mehr oder weniger ausgeprägten Jagdtrieb aus, viele Terrier durch ein ausgeprägtes Temperament, Spitze sind als bellfreudig und wachsam bekannt etc. Diese Wesensgrundzüge ergeben sich auf der Basis früherer oder aktueller Selektion auf bestimmte Verwendungen. Es ist daher in jedem Fall sinnvoll, sich mit der ursprünglichen oder auch heutigen praktischen Verwendung der Wunschrasse auseinanderzusetzen. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu bedenken, dass bei jeder Rasse, die ursprünglich zu Arbeiten, die mit Bewegung verbunden sind, herangezogen wurde, Bewegungsfreude ein wichtiges Selektionsziel war. Hunden solcher Rassen muss man dann auch wenn sie nicht mehr für die ursprünglichen Aufgaben herangezogen werden die ihnen entsprechende Bewegungsmöglichkeit bieten. Tut man das nicht sind Verhaltensprobleme vorprogrammiert.
Auch den in den Rassebeschreibungen erscheinenden Attributen wie z.B. "lebhaft", "ruhig" oder "wachsam" sollte man mit Skepsis begegnen denn das verständliche Engagement von Züchtern und Haltern für "ihre Rasse" verstellt wohl gelegentlich den Blick für die Realitäten. So mag sich denn der vermeintlich lebhafte und wachsame Hund als nervöser Nervling herausstellen der den lieben langen Tag nichts besseres zu tun hat als die Grundstücksgrenze abzupatroullieren und jeden zu verbellen der sich nur in dessen Nähe wagt und der vermeintlich ruhige Hund mag sich als Phlegmatiker erweisen der nur mit dem Futternapf vom Sofa zu locken ist.
Bei Mischlingen können sich Wesensmerkmale der Ausgangsrassen überlagern und unter Umständen zu einer problematischen Kombinationen von Charakterzügen führen.
Es gibt allerdings eine Gruppe von Mischlingen für die die genannten Vorbehalte nicht oder nur bedingt zutreffen. Das sind solche Hunde deren beide Eltern oder ggf. auch Großeltern bekannt und reinrassig sind. In diesen Fällen kann man zumindest für die Exterieurmerkmale, also Größe, Haarkleid, Farbe etc. recht genaue Vorhersagen für die Nachkommen treffen. In manchen Fällen werden solche Kreuzungen auch ganz bewusst gemacht um positive Eigenschaften der Eltern in den Nachkommen zu kombinieren. So werden z.B. in einigen Ländern systematisch Kreuzungen von Golden Retriever und Labrador Retriever für die Verwendung als Blindenhunde gezüchtet.
Die den Mischlingen oft nachgesagte bessere Gesundheit trifft nur bedingt zu. Bei Mischlingen ist zwar mit weniger Inzuchtschäden zu rechnen da ihre Eltern in den meisten Fällen nicht miteinander verwandt sind. Dennoch können auch Mischlinge von ihren Eltern gleiche Defektgene erben so dass es zum Auftreten des Defekts auch beim Mischling kommen kann. Dies trifft vor allem für solche Erbkrankheiten zu die in vielen Hunderassen stark verbreitet sind. Aber auch Erkrankungen, die auf extremen Körperformen oder -maßen beruhen, treten bei Mischlingen mit entsprechenden Merkmalen ebenso auf. So wird der großwüchsige Mischling die gleichen Dispositionen zu degenerativen Gelenkserkrankungen haben wie der großwüchsige Rassehund und der Zwergwüchsige Mischling wird ebenso wie der zwergwüchsige Rassehund an Patelallaluxation, Trachealkollaps und Femurkopfnekrose erkranken können.
3. Welche Eigenschaften soll der Hund haben ?
Hunde sind sicherlich die Spezies mit der größten Variation in Bezug auf Aussehen, Körperform, Fell und Farbe aber auch hinsichtlich von Verhaltensdispositionen. Zwischen den Rassen zeigen sich teils extreme Unterschiede. Welche Variante dem potentiellen Hundekäufer gefällt ist dabei sicherlich erstmal eine Frage des persönlichen Geschmackes. Und Schönheit liegt ja bekannter weise im Auge des Betrachters. Man sollte aber auch bedenken dass unterschiedliche Rassen recht unterschiedliche Ansprüche an Haltung und Pflege haben. Dabei sind vor allem folgende Aspekte zu bedenken:
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Größe:
Große Hunde brauchen mehr Futter als kleine Hunde was u. A. finanzielle Konsequenzen hat. Sie produzieren aber auch mehr Kot als kleine. Das kann vor allem im städtischen Umfeld zum Problem werden. Und wenn große Hunde mal in der Wohnung Durchfall haben oder erbrechen müssen dann ist das Wegputzen und Entsorgen der Ausscheidungen nicht unbedingt jedermanns Sache. Im Krankheitsfall verursachen sie im Vergleich mit kleinen Hunden höhere Kosten für Diätätika oder Medikamente da diese oft gewichtsabhängig dosiert werden. Zwei Beispiele:
Erkrankung/Therapie Gewicht[kg] Kosten[EUR] Hauterkrankung, Antibiotikatherapie
[Medikationskosten für 6 Wochen]10 26,88 35 214,04 Herzerkrankung
[Medikationskosten pro Jahr]5 kg 225,50 40 kg 1136,70 Quelle: Sabine Schroll, Krems/Nö
Große Hunde brauchen mehr Platz als kleine was sowohl den in der Wohnung als auch im Auto und ggf. den im Zwinger betrifft. Schon ein mittelgroßer Hund beansprucht in einem Auto den Platz eines Erwachsenen, eine Dogge oder eine Irischer Wolfshund deutlich mehr. Der arttypische Geruch von Hunden ist wegen der größeren Körperoberfläche auch von seiner Größe abhängig was sich besonders an Regentagen bemerkbar machen kann. Entsprechendes gilt für die Fellpflege.
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Pflege:
Das Haarkleid des Hundes bedarf einer regelmäßigen Pflege. Vernachlässigt man diese kommt es insbesondere bei langhaarigen Hunden mit zotteligem Fell zur Bildung von Verfilzungen deren Entfernung für den Hund recht unangenehm werden kann. Im schlimmsten Fall müssen solche Hunde sogar geschoren werden. Langhaarige Hunde entwickeln bei unzureichender Pflege darüberhinaus oft einen recht unangenehmen Geruch. Außerdem kann mangelhafte Fellpflege auch die Grundlage für entzündliche Hauterkrankungen sein
Hunde verlieren ihre Haare. Ob es zu einem zweimaligen Haarwechsel im Jahr kommt oder der Hund ständig Haare verliert ist abhängig von Rasse und Lebensverhältnissen. Hunde die den Witterungsverhältnisse nur wenig ausgesetzt sind neigen zu ständigem Haarwechsel. Bei langhaarigen Hunden mit dichter Unterwolle die sich zudem noch viel im Freien aufhalten konzentriert sich das eher auf wenige Wochen im Frühjahr und im Herbst.
Haare von langhaarigen Hunden lassen sich meist besser von Teppichen, Möbeln, Kleidung etc. entfernen als die von kurzhaarigen die dazu neigen an Stoffen penetrant haften zu bleiben. Einzelne Rassen, wie z.B. der Pudel oder rauhaarige Terrier machen keinen Haarwechsel durch. Dafür müssen sie aber geschoren oder getrimmt werden was regelmäßige kostenintensive Besuche im Hundesalon notwendig macht. Manche Hundebesitzer scheren allerdings ihren Hund einmal jedes Jahr selber und sind auch glücklich damit.
Das Trimmen eines grossen Terriers oder Scheren eines Pudels ist sicherlich nicht einfach, vom Stylen eines Yorkshires oder Scotch Terriers einmal ganz abgesehen. Hier einmal zur Einstimmung einige Preise aus dem Jahre 2004 einer Wiener Tierklinik falls man das nicht selbst machen kann oder will. Die Preise beinhalten Baden, Fellpflege bzw. Trimmen und ggf. scheren und stylen. Insbesondere beim letzteren kommt es natürlich ganz auf die individuellen Ansprüche an.
Rasse Sitzungen
proJahrPreis[EUR]
pro SitzungGroße Langhaarrassen: Golden Retriever, Setter, Collie, Hovawarth, Berner Sennehundetc 2 - 4 x ab 40,- Grosse Kurzhaarrassen: Labrador, Rhodesian Ridgeback, Dalmatineretc 4 x ab 35,- Kleine Kurzhaarrassen: Beagle, Dackel, Franz. Bully 4 x ab 20,- Kleine gestylte Terrier: Welsh, Parson Russel, Drahthaarfoxterrier 2 - 4 x ab 40,- Kleine langhaarige gestylte Terrier: Westie, Scottish 4 - 6 x ab 45,- Mittelgroße Terrier und Schnauzer: Irish, Mittelschnauzer, Zwergschnauzer 2 - 4 x ab 40,- Große Terrier und Schnauzer: Airedale, Riesenschnauzer 2-4 ab 45,- Mittelgroß und langhaarig: Tibet Terrier, Lhasa Apso, Schapendoes, Pudel, Bedlington Terrier, 4-6 ab 35,- Gross und langhaarig: Bearded Collie, Bobtail 4 -6 x ab 65,- Gross, langhaarig und gestylt: Afghane, Briard 4 -6 x ab 80,- Nordische Hunderassen: Husky, Chow Chow, Wolfspitz, Eurasier 2 x ab 45,- Bei einigen Rassen müssen regelmäßig die Krallen beschnitten werden, bei anderen die Gehörgänge gereinigt oder Haare aus den Ohren ausgezupft werden. Manche Hunde, und besonders solche mit lockerer Kopfhaut, neigen zum Sabbern. Dies kann im Zusammenhang mit Futterwünschen aber auch unabhängig davon auftreten. Die teils nicht unbeträchtlichen Mengen an zähem Speichel die dabei entstehen werden dann oft durch Kopfbewegungen weggeschleudert und landen auf Kleidung, Möbeln, etc. Und Hunde differenzieren dabei nicht zwischen ihren Besitzern (die vielleicht noch bereit sind, den "Segen" hinzunehmen) und Besuchern oder Fremden die das verständlicherweise meist nur unappetitlich finden
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Krankheitsdipositionen:
Jeder wünscht sich einen gesunden Hund. Lebenslange Gesundheit ist allerdings keine Selbstverständlichkeit und insbesondere bei Rassenhunden sind in z.T. erschreckendem Ausmaß zahlreiche Erbfehler und genetische Dispositionserkrankungen bekannt. Bei der Wahl der Rasse sollte man daher in jedem Fall die im weiteren diskutierten Gesundheitsrisiken berücksichtigen.
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Bewegung:
Hunde sind Lauftiere und als solche brauchen sie ein gewisses Ausmaß an Bewegung um gesund zu bleiben. Große Hunde brauchen zwar nicht absolut mehr Bewegung als kleine, für diese bieten sich aber meist mehr Möglichkeit um ihnen die notwendige Bewegung zu verschaffen. Bestimmte Rassen haben zudem ein besonders hohes Bewegungsbedürfnis das sich aus ihrem ursprünglichen Verwendungszweck ergibt, z.B. alle Hütehundrassen, Jagdhunde und Windhunde. Werden diese Bedürfnisse nicht erfüllt kann es zu massiven Verhaltensproblemen kommen.
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Soziale Verträglichkeit:
Soziale Verträglichkeit ist die Voraussetzung für ein unproblematisches Zusammenleben sowohl zwischen Menschen und Hunden als auch Hunden und anderen Tieren. Das ist für eine Spezies bei der sowohl in der natürlichen Selektion als auch im Rahmen der Domestikation ein recht hoher Selektionsdruck auf Merkmalen wie Aggressivität und Dominanz lag nicht ganz einfach.
Verhaltensmerkmale sind in gewissem Ausmaß genetisch bedingt und so zeigen sich bei bestimmten Rassen auch bestimmte Verhaltensdispositionen. Das heißt aber nicht dass jeder Hund der jeweiligen Rasse dieses Verhalten in gleichem Ausmaß oder auch überhaupt zeigt. Es bedeutet nur dass bei diesen Hunden bestimmtes Verhaltensweisen mit größerer Wahrscheinlichkeit auftreten sofern diese durch Situation und/oder Sozialisation gefördert werden. Die entscheidende Rolle bei Entwicklung und Erhalt sozialer Verträglichkeit spielt der Mensch, sei es als Züchter, der für die erste Sozialsierung verantwortlich ist, sei es als Besitzer und Halter, der die weitere Sozialisierung und Erziehung des Hundes übernimmt. Fehler in diesen Bereichen können aus jedem Hund einen sozial unverträglichen Problemfall machen was Hund, Halter und soziale Umwelt unnötigerweise stresst und im Extremfall sogar gefährdet.
Diese Problematik zeigt sich insbesondere in der seit einigen Jahren immer wieder auftretenden und durch Medien und einige Gesetzgeber geschürten "Hundehysterie" durch die Hunde bestimmter Rassen sowie deren Besitzer geradezu kriminalisiert werden. Es ist grundsätzlich nicht richtig dass, wie diese Gesetzgeber und nicht wenige hundeängstliche Menschen annehmen, Hunde bestimmter Rassen a priori besonders gefährlich sind. Dazu spielen Umwelteinflüsse bei der Entwicklung des Verhaltens eine viel zu große Rolle. Vielmehr wird hier aus dem Einzelfall des individuellen Versagens von Züchtern, Haltern und ggf. auch von Exekutivorganen eine ganze Gruppe von Hunderassen und deren Besitzer in hohem Maße diskriminiert. Es ist schlichtweg nicht nachzuvollziehen das z.B. ein gut geführter AmStaff gefährlicher sein soll als ein deutscher Schäferhund oder auch ein Mischling. Vielmehr verweist uns diese Diskussion darauf dass praktisch jeder größere Hund unter unangemessenen Soizialisations- und Haltungsbedingungen gefährlich werden kann, - kann, nicht muss! Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Züchters und Halters dafür Sorge zu tragen dass dies nicht der Fall ist.
Die charakteristischen Eigenschaften einer Hunderasse lassen sich recht gut aus ihrem ursprünglichen Verwendungszweck ableiten. Allerdings unterliegen Eigenschaften die nicht ständig züchterisch bearbeitet werden der genetischen Drift, d.h. dass sie durch zufällige genetische Veränderungen modifiziert oder abgeschwächt werden bzw. ganz verschwinden. Dies hat z.B. dazu geführt dass man bei einigen Rassen, beispielsweise den Retrievern, zwischen sogenannten Show- und Arbeitslinien differenzieren kann die sich nicht nur im Exterieur sondern auch im Verhalten unterscheiden sollen. Andere Rassen haben sich soweit verändert dass von ihren ursprünglichen Typus nichts oder nur wenig übrig geblieben ist, - einige auch bis hin zur Karikatur ihrer selbst.
Eine weitere Möglichkeit etwas über die Eigenschaften von Hunderassen zu erfahren ist es Leute zu befragen die häufig Umgang mit unterschiedlichen Rassen haben. 1985 haben Hart und Miller in den USA 48 zufällig ausgewählte Kleintierpraktiker und Leistungsrichter zur Einschätzung verschiedener Rassen in Bezug auf die folgenden vorher definierten Merkmalskomplexe hin befragt und die Ergebnisse statistisch ausgewertet.
Quelle: Hart, B.L., Miller, M.F. (1985): Behavioural profiles of dog breeds. J. Am. Vet. Med. Assoc. 186, 1175-1180.
Die untersuchten Merkmalskomplexe:
| Erregbarkeit | Aggression | Gehorsam |
|---|---|---|
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Die Ergebnisse:
| Erregbarkeit | Aggression | Gehorsam | Rassen |
|---|---|---|---|
| sehr niedrig | sehr niedrig | niedrig |
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| niedrig | hoch | niedrig |
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| hoch | normal | sehr hoch |
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| niedrig | niedrig | hoch |
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| sehr gering | sehr hoch | sehr hoch |
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| hoch | gering | normal |
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Studiert man diese Tabelle aufmerksam so wird verständlich das unter den größeren Rassen die Retriever und Collies als Familien- und Begleithunde zurecht beliebt sind. Auf der anderen Seite wird die Problematik der Kombination von hoher Aggressionsbereitschaft und gering entwickeltem Gehorsam bei den so gutmütig aussehenden Bernhardinern sicherlich meist unterschätzt. Auch die Bedeutung einer soliden Gehorsamserziehung bei deutschen Schäferhunden, Rottweiler etc. leuchtet unmittelbar ein. Was es heißt einen phlegmatischen Hund mit geringer Aggressionsbereitschaft und wenig entwickeltem Gehorsam zu haben führen uns Colombo und sein Basset ja regelmäßig im Fernsehen vor ...![]()
Wo kann man einen Hund kaufen ?
1. Bei einem Züchter
Hundezucht ist in österreich und den meisten anderen Ländern nicht gesetzlich geregelt. Grundsätzlich kann jeder züchten was und wie er will. Die meisten Hundezüchter sind aber in Hundezuchtverbänden organisiert. Die Organisation von Hundezuchtverbänden ist ebenfalls nicht gesetzlich geregelt. Nichtsdestoweniger gibt es auf internationaler Ebene eine Organisationsstruktur die auch für bestimmte Verbände auf nationaler Ebene verbindlich ist. Der internationale Dachverband für Hundezucht ist die FCI (Federation Cynologique International). Die FCI erkennt in jedem Land nur einen nationalen Zuchtverband als Mitglied an. Der in österreich von der FCI anerkannte Hundezuchtverband ist der öKV (österreichischer Kynologen Verband) der sich als Dachverband für diverse Rassezuchtverbände versteht. Der öKV gibt für die ihm angeschlossenen Rassezuchtverbände eine Rahmenzuchtordnung vor, die als züchterischer Mindeststandard gilt und von den einzelnen Rassezuchtverbänden noch verschärft werden kann.
Der öKV führt das Zuchtbuch für alle ihm angeschlossenen Zuchtverbände, organisiert Ausstellungen, bildet Formwert- und Leistungsrichter aus und veranstaltet regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen für Züchter. Der dem öKV angeschlossene öGV (österreichischer Gebrauchshundeverband) ist für Hundeausbildung und Hundesport zuständig und bietet österreichweit auf verbandseigenen Plätzen Ausbildungskurse von der einfachen Begleithundeausbildung über Agility bis zur Schutzhundeausbildung.
Züchter die Mitglied beim öKV sind verpflichten sich zu bestimmten Handlungen und Unterlassungen. So werden Welpen von öKV-Züchtern z.B. nur vollständig geimpft abgegeben und dürfen nicht über Tierhandlungen verkauft werden. Die Haltungs- und Aufzuchtbedingungen der Welpen werden durch die Zuchtwarte kontrolliert sodass eine artgerechte Entwicklung der Welpen zu erwarten ist. Eine möglichst artgerechte Aufzucht der Welpen, speziell in den ersten acht bis zehn Lebenswochen, ist für die spätere Mensch-Hund- Beziehung außerordentlich wichtig denn nur Welpen die in dieser Zeit in möglichst intensivem Kontakt zu ihrer Mutter, ihren Geschwistern und zum Menschen aufwachsen sind später in der Lage, sich problemlos in das "menschliche Rudel" einzuordnen. Fehler, die in dieser wichtigen Sozialisierungsphase bei der Welpenaufzucht gemacht werden, lassen sich später praktisch nicht mehr wirklich korrigieren. Nicht artgerechte Aufzuchtbedingungen sind daher eine der Hauptursachen für Problemhunde.
Neben dem öKV und den ihm angeschlossenen Rassezuchtverbänden gibt es noch diverse andere Zuchtverbände deren größter die österreichische Hundeunion ist, die ebenfalls als Dachverband diverser Rassezuchtverbände fungiert. Diese Zuchtverbände entstehen oft als Dissidenzverbände wenn Züchter mit Bestimmungen des öKV-Zuchtverbandes nicht einverstanden sind oder bisweilen einfach auf der Basis zwischenmenschlicher Probleme zwischen Mitgliedern eines Verbandes. Auch in diesen Zuchtverbänden gibt es Regeln und Bestimmungen denen sich die Mitglieder unterwerfen. Diese sind aber uneinheitlich und besonders für den Hundeneuling oft schwer zu überblicken. Welpen, die z.B. in Tierhandlungen um relativ teures Geld "mit Papieren" angeboten werden, stammen immer aus nicht dem öKV angeschlossenen Zuchtverbänden. Damit ist keinerlei Information über die züchterischen Grundlagen in der Population aus der ein Welpe stammt gegeben wie z.B. über Selektion gegen Erbfehler, Wesensselektion, Leistungsselektion, etc. Böse Überraschungen erleben Käufer solcher Hunde auch wenn sie später mit dem Hund auf eine Ausstellung gehen wollen und erfahren müssen dass das Abstammungspapier das sie für ihren Hund bekommen haben vom öKV nicht anerkannt wird oder wenn sich im Lauf des Wachstums herausstellt dass der Hund nur wenig der Rasse gleicht zu der er laut Ahnentafel gehören sollte.
2. In einer Tierhandlung:
Speziell für Hundeneulinge ist die Tierhandlung eine sehr naheliegende Anschaffungsmöglichkeit. Sei es dass man sich spontan zum Kauf des so herzigen Welpen entschließt, sei es dass man den netten Hund aus der Fernsehwerbung oder aus der Fernsehserie auf einmal in Natura vor sich sieht. Bisweilen verleitet die Tierhandlung auch zu unbedachten Geschenksideen. Der Kauf eines Hundes in einer Tierhandlung birgt aber eine Reihe von Risiken, die auch von seriösen und bemühten Tierhändlern nicht ganz ausgeschaltet werden können.
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Die Herkunft des Hundes
Seriöse Züchter verkaufen ihre Welpen nicht an Tierhandlungen da sie sich die künftigen Besitzer ihrer Welpen im allgemeinen sehr genau anschauen und auch nicht an jeden Interessenten Welpen abgeben. Welpen die in Tierhandlungen angeboten werden stammen daher meist von Züchtern die entweder gar keinem oder einem der vielen Dissidenzverbände angehören. Es ist daher üblicherweise nicht nachvollziehbar ob bzw. nach welchen Selektionskriterien die Welpen gezüchtet worden oder unter welchen Bedingungen die Welpen aufgezogen worden sind.
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Infektionsgefahr
Tierhandlungen sind in gewisser Weise Umschlagplätze für Infektionserkrankungen. Besonders wenn Welpen aus verschiedenen Würfen von verschiedenen Züchtern zur gleichen Zeit auf einen Käufer warten besteht die Gefahr der Übertragung einer Infektionserkrankung. Je länger ein Welpe in der Tierhandlung bleibt, umso größer ist die Gefahr einer Ansteckung. Leider sieht man den zum Kauf angebotenen Welpen nicht immer an ob und welche Krankheit sie in sich tragen da während der Inkubationszeit einer Erkrankung das betroffene Tier äußerlich noch gesund wirkt.
3. Über Inserate
Einerseits in der Tagespresse anderseits in speziellen Anzeigenzeitschriften finden Interessenten oft scheinbar günstige Angebote. Da wird z.B. ein Hund einer Moderasse von dem man weiß, dass er beim Züchter nicht unter 1000.- Euro zu bekommen ist um 300 Euro angeboten. Bei solch "günstigen Angeboten" ist auf jeden Fall Vorsicht geboten. Sehr oft stammen solche Hunde aus illegalen Importen aus dem ehemaligen Ostblock. Dort werden z.B. von Landwirten im Nebenerwerb Hunde als Massenprodukt gezüchtet. Der Züchter betrachtet die Mutterhündinnen im allgemeinen nur als Geldquelle und hat von artgerechter Haltung und Aufzucht von Hunden kaum Ahnung. Nicht nur dass diese Welpen häufig unter völlig unzureichenden und unhygienischen Bedingungen aufwachsen werden sie oft auch viel zu früh von der Mutterhündin weggenommen und haben somit zu wenig Gelegenheit den Umgang mit anderen Hunden und mit dem Menschen zu lernen. Der Transport nach österreich wird meist nicht unter tierschützerischen sondern unter ökonomischen Bedingungen durchgeführt, d.h. dass möglichst viele Welpen auf kleinstem Raum zusammengepfercht werden. Viele der Welpen überleben den Transport erst gar nicht und die, die ihn überleben, sind durch den Transportstress in ihrer Resistenz gegen Krankheiten stark herabgesetzt. Der Käufer eines solchen Welpen kauft somit mit größter Wahrscheinlichkeit einen kranken oder krankheitsanfälligen und/oder verhaltensgestörten Problemhund. Der vermeintliche Gewinn durch den günstigen Kaufpreis wird dann von den notwendigen Tierarztkosten um um ein Vielfaches übertroffen.
4. Im Tierschutzhaus
Tierschutzhäuser sind eine wunderbare und notwendige Einrichtung und es ist grundsätzlich wichtig und zu begrüßen wenn Hunde, die aus was immer für Gründen im Tierschutzhaus gelandet sind ein neues Zuhause finden. Nichtsdestoweniger sollte jeder der sich einen Hund aus dem Tierschutzhaus holt auch wissen was möglicherweise für Probleme auf ihn zukommen. Grundsätzlich gelten für Tierheime ähnliche Überlegungen wie für Tierhandlungen. Auch hier weiß man über die Herkunft des Hundes wenig bis gar nichts und auch Tierschutzhäuser sind notgedrungener maßen Umschlagplätze für Infektionskrankheiten. Dazu kommt dass die meisten Hunde die im Tierschutzhaus landen Erfahrungen und Erlebnisse hinter sich haben die ihre Eingliederung in eine neue Familie nicht gerade einfach machen. Speziell bei großen Hunden kann es dann passieren, dass die neuen Besitzer nicht mit ihnen fertig werden und der Hund wieder im Tierschutzhaus landet. Damit ist weder dem Hund noch dem Hundehalter genützt.
Die Aufnahme eines Hundes aus dem Tierschutzhaus sollte daher in jedem Fall gut überlegt werden und speziell Hundeneulinge sollten sich bei der Auswahl eines Hundes aus dem Tierschutzhaus von erfahrenen Kynologen beraten lassen. Ein gut geführtes Tierschutzhaus bietet die notwendige Beratung und wird auch mal von der Aufnahme eines Hundes abraten wenn zu befürchten ist dass der Hund und die Interessenten nicht zueinander passen.
Wie bekommt man einen möglichst gesunden Hund ?
Die Gesundheit unserer Hunde ist durch eine Vielzahl von Krankheitsursachen gefährdet die teilweise genetisch bedingt sind und teilweise aus der Umwelt stammen. Umweltbedingte Erkrankungen sind z.B. Infektionskrankheiten, Vergiftungen, ernährungsbedingte Krankheiten etc..
Genetisch bedingte Erkrankungen stellen heute einen Großteil der Erkrankungen speziell beim Rassehund aber auch beim Mischling dar. Seriöse Zuchtverbände tun zwar recht viel zur Bekämpfung dieser Erkrankungen, deren spezielle genetische Grundlagen machen eine erfolgreiche Bekämpfung allerdings sehr schwierig. Auch ein seriöser Züchter kann daher dem Welpenkäufer niemals garantieren dass der Welpe, den er ihm verkauft, sein ganzes Lebens lang gesund bleiben wird. Der Käufer kann allerdings durch gezieltes Fragen an den Züchter das Risiko einen Hund mit einem genetischen Defekt zu kaufen reduzieren.
Die genetisch bedingten Erkrankungen beim Hund kann man in zwei Gruppen teilen:
1. Erkrankungen, die in direktem Bezug zum Rassestandard stehen.
Die zu dieser Gruppe zählenden Erkrankungen gehören mit zu den traurigeren Kapiteln der Mensch-Hund-Beziehung. Denn menschliche Sensationslust hat dazu geführt dass so gut wie jede halbwegs lebensfähige Variante der Tierart Hund die durch zufällige Mutationen entstanden ist weitergezüchtet und als Rasse kultiviert wurde. Auf dieser Basis kam es zu der enorm großen Variation innerhalb der Art Hund die wir heute kennen und auf dieser Basis auch zu vielen Erkrankungen mit denen Hunde der betreffenden Rassen belastet sind. Entschließt man sich zum Kauf eines solchen Hundes, kauft man die entsprechende Krankheit bzw. Krankheitsdisposition gleich mit. Entscheidet man sich dennoch zu einem Hund einer solchen Rasse sollte man beachten dass Hunde die als besonders typvoll bezeichnet werden den entsprechenden Defekt besonders ausgeprägt tragen. So hat z.B. eine besonders typvolle Bulldogge eine besonders kurze Nase und damit besonders große Probleme mit der Atmung. Weniger typvolle Hunde sind somit im allgemeinen die gesünderen.
Eine Übersicht über die wichtigsten standardbedingten Defekte zeigt die folgende Tabelle die den in der Europäischen Konvention zum Schutz der Heimtiere aufgelisteten entsprechen:
Der Text findet sich unter: deutsch/englisch Bei der deutschen Version fehlt der wichtige Appendix.
| Exterieur | Merkmale | Auftretende gesundheitliche Konsequenzen |
|---|---|---|
| Körpergröße | Riesenwuchs |
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| Zwergwuchs |
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| Extremitäten | Kurzbeinigkeit (Chondrodystrophie) |
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Abnorme Extremitätenstellungen a) steiles Hinterbein b)verkrümmte Extremitäten |
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| Kopf | Kurzköpfigkeit (Brachycephalie) |
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| Offene Fontanellen |
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| Abnorme Zahnstellungen. (z.B. Oberkieferverkürzung) |
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| Augen | Abnorme Größe und Form der Augenlider (Caro-Auge). |
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| Kleine, tiefliegende Augen |
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| Große vorstehende Augen |
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| Ohren | Lange Ohren |
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| Haut | Hautfalten |
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| Haarlosigkeit |
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| Merle-Färbung |
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| Pigmentmangel |
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Weitere Informationen zu den Qualzuchtmerkmalen finden Sie im Abschnitt Qualzucht.
2. Erbkrankheiten, die unabhängig von Rassestandard auftreten.
Diese Erkrankungen sind beim Kauf nicht ganz so leicht zu vermeiden denn sie können unabhängig vom Rassestandard in jeder Rasse auftreten. Allerdings sind auch bei solchen Erkrankungen Häufungen in bestimmten Rassen bekannt, so dass es in jedem Fall sinnvoll ist, sich zu informieren welche bei der Rasse für die man sich interessiert bekannt sind. Die Zuchtstrategien, die zur Bekämpfung von in einer Rasse bekannten Erkrankungen eingesetzt werden, sind auch innerhalb der dem öKV angeschlossenen Rassezuchtverbände ziemlich uneinheitlich. Besonders schwierig wird es wenn es sich um Erkrankungen handelt deren Verbreitung in einer Rasse noch nicht in einem Maß gegeben ist dass der Zuchtverband Handlungsbedarf für Bekämpfungsmaßnahmen sieht.
Die Schwierigkeiten bei der Bekämpfung von genetisch bedingten Erkrankungen und damit auch die Probleme bei der Auswahl eines Welpen ergeben sich auf der Basis verschiedener Probleme:
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Rezessive Genwirkung der meisten Defektgene:
Die meisten Defektgene verhalten sich rezessiv gegenüber dem Normalgen. Sie führen daher nur dann zum sichtbaren Defekt wenn sie homozygot, also in doppelter Dosis auftreten. Tiere, die ein Defektgen nur in einfacher Dosis tragen, erscheinen im Phänotyp, dem äußeren Erscheinungsbild gesund, geben aber an die Hälfte ihrer Nachkommen das Defektgen weiter. Wenn der andere Elternteil das Defektgen ebenfalls in einfacher Dosis trägt kann es bei einem oder mehreren Nachkommen zum Auftreten des Defektgens in doppelter Dosis und somit zum Auftreten des Defekts kommen. Gesunde Elterntiere können also kranke Nachkommen bekommen. Hat ein gesundes Elterntier aber bereits einmal einen oder mehrere kranke Nachkommen bekommen ist es als Träger des entsprechenden Defektgens identifiziert. In so einem Fall ist die Gefahr, dass in einem weiteren Wurf wieder kranke Nachkommen auftreten natürlich relativ groß.
Beabsichtigt man den Kauf eines Welpen einer Rasse bei der bestimmte Erbfehler gehäuft auftreten sollte man sich daher sehr genau nach bereits vorhandenen Nachkommen der Elterntiere erkundigen wobei der Informationswert umso größer ist je größer die Anzahl bereits vorhandener Nachkommen ist. Hat z.B. ein Rüde bereits 10 Würfe gezeugt bei denen kein einziger kranker Nachkomme aufgetreten ist (vorausgesetzt, dass alle Nachkommen in Bezug auf die betreffende Krankheit untersucht worden sind) ist die Wahrscheinlichkeit gering dass ein Nachkomme aus dem elften Wurf einen Defekt erbt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Defekte im Phänotyp der Nachkommen auftreten, steigt mit dem Grad der Verwandtschaft der Elterntiere. Je näher verwandt die Eltern miteinander sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit dass sie gleiche Defektgene tragen und an ihre Nachkommen weitergeben. Bei der Auswahl eines Welpen ist also auch die Verwandtschaft zwischen den Eltern zu beachten wobei sich der Grad der Verwandtschaft aus der Zahl der gleichen Ahnen in den Pedigrees der Eltern abschätzen lässt. Je mehr Ahnen sowohl im Pedigree des Vater als auch in dem der Mutter auftreten, umso enger sind die beiden Tiere miteinander verwandt.
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Umweltbeteiligung an der Ausprägung der Defekte:
Sehr viele genetische bedingte Erkrankungen werden als Disposition vererbt. Der Welpe kommt also nicht mit der Krankheit selber auf die Welt sondern nur mit einer erhöhten Bereitschaft zu erkranken wenn er mit entsprechenden Umweltverhältnissen konfrontiert wird. Die Krankheit selber kommt nur dann zustande wenn ein genetisch disponierter Hund entsprechenden belastenden Umweltverhältnissen ausgesetzt wird. So kommt z.B. ein Hund mit normalen Hüftgelenken auf die Welt. Erst durch verschiedene Umweltbelastungen im Laufe der ersten Lebenswochen und -monate (zu intensive Fütterung, zu viel bzw. ungünstige Bewegung) kommt es bei genetisch disponierten Hunden zu Fehlentwicklungen im Bereich der Hüftgelenke die schließlich zu einer Hüftgelenksdysplasie führen. Lebt ein genetisch disponierter Hund unter optimalen Umweltbedingungen kann es sein dass die Krankheit nie manifest wird. So günstig das für den betroffenen Hund ist, so ungünstig ist ein solcher Fall für die züchterische Selektion. Denn dieser Hund wird möglicherweise als scheinbar gesund in der Zucht eingesetzt und gibt somit an alle seine Nachkommen seine Defektgene weiter. Die Wahrscheinlichkeit dass seine Nachkommen die betreffende Krankheit dann tatsächlich bekommen, wenn sie unter entsprechend ungünstigen Umweltbedingungen gehalten werden ist somit sehr groß. Bei manchen Erbkrankheiten ist es möglich, durch bestimmte standardisierte Untersuchungen die Disposition für eine Erbkrankheit auch dann zu erkennen wenn der Hund noch keine klinischen Symptome zeigt. So ist es z.B. möglich durch eine Röntgenuntersuchung Veränderungen am Hüftgelenk bereits zu einem Zeitpunkt festzustellen zu dem der Hund äußerlich noch keinerlei Anzeichen einer Hüftgelenksdysplasie zeigt.
In fast allen Zuchtverbänden von Rassen in denen Hüftgelenksdysplasie ein Problem darstellt werden Hunde nur dann zur Zucht zugelassen wenn sie einer Röntgenuntersuchung unterzogen worden sind und einen, allerdings je nach Rassezuchtverband unterschiedlichen, HD-Befund aufweisen. So bekommt bei manchen Zuchtverbänden nur ein HD-freier Hund eine Zuchterlaubnis, bei anderen wird auch mit Hunden mit HD-Übergangsform, bei manchen sogar mit leichter HD gezüchtet. Man sollte sich also bei der Auswahl eines Welpen nicht mit der Auskunft zufriedengeben dass die Eltern die HD-Anforderungen des Zuchtverbandes erfüllen sondern nach dem genauen HD-Befund fragen, sich allenfalls sogar den HD-Befund der Eltern zeigen lassen.
Neben der Hüftgelenksdysplasie gibt es eine Reihe anderer genetisch bedingter Erkrankungen, für die Untersuchungsmöglichkeiten etabliert sind. Besonders günstige Bedingungen für den Hundekäufer liegen vor, wenn eine Erkrankung bereits im Welpenalter eindeutig diagnostiziert werden kann. So ist es z.B. möglich eine bestehende Taubheit bereits ab einem Alter von etwa 7 Wochen durch eine audiometrische Untersuchung festzustellen. Entscheidet man sich für eine Rasse bei der Taubheit gehäuft auftritt kann man vor dem Kauf des Welpen eine entsprechende Untersuchung verlangen.
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die wichtigsten Erkrankungen bei denen eine standardisierte Diagnosemöglichkeit vorliegt.
Erkrankung Untersuchungsverfahren Untersuchungsalter HD (Hüftgelenksdysplasie) Röntgen 12-18 Monate ED (Ellbogengelenksdysplasie) Röntgen 12 Monate PL (Patellaluxation) Palpation 12 Monate Augenerkrankungen opthalmologische
UntersuchungJe nach Erkrankung Erblich sensorinale Taubheit Audiometrie 7 Wochen Für manche Erkrankungen gibt es bereits die Möglichkeit einer molekulargenetischen Krankheitsdiagnose. Dabei wird entweder das die Krankheit verursachende Defektgen direkt nachgewiesen oder ein in direkter Nachbarschaft gelegenes Gen, das mit dem Krankheitsgen gemeinsam vererbt wird (Kopplungsmarker). Der Vorteil der molekulargenetischen Diagnostik liegt darin, dass einerseits eine Detektierung sowohl von Merkmalsträgern als auch von gesunden aber genetisch belasteten Tieren möglich ist, anderseits dass die Detektierung dieser Tiere in jedem Lebensalter möglich ist. Das Problem bei der Entwicklung und Etablierung solcher Untersuchungsverfahren liegt darin, dass die Defektgene in den meisten Fällen sehr rassespezifisch sind, dass also die gleiche Erkrankung in verschiedenen Rassen nicht durch dasselbe Defektgen verursacht wird. Molekulargenetische Nachweisverfahren müssen daher für jede Rasse extra entwickelt werden. Der mit der Entwicklung solcher Verfahren verbundene sehr hohe Arbeits- und Kostenaufwand wird daher üblicherweise nur dann in Kauf genommen, wenn ein Defekt in einer großen Population eine hohe Prävalenz (Häufigkeit) hat, sodass auch nach Etablierung des Untersuchungsverfahrens eine große Nachfrage zu erwarten ist. In manchen Fällen dient der Hund bei der Erarbeitung von molekulargenetischen Tests auch als "Tiermodell" für menschliche Erkrankungen. Näheres zu den Möglichkeiten der molekulargenetischen Diagnostik und zu Ihren Einsatzmöglichkeiten in der praktischen Hundezucht finden Sie im Kapitel Molekulargenetik.
Die Entwicklung molekulargenetischer Nachweisverfahren geht in einem atemberaubenden Tempo vor sich. Um über den aktuellen Stand verfügbarer Verfahren auf dem Laufenden zu bleiben empfiehlt es sich gelegentlich die Webpages der wichtigsten Gentestanbieter zu besuchen. Dazu gehören z.B.:
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Manifestation der Erkrankung erst in späterem Alter:
Einige genetisch bedingte Erkrankungen, und hier vor allem wieder die Dispositionserkrankungen, manifestieren sich erst in einem Alter in dem der betroffene Hund bereits im Zuchteinsatz war. Die Diagnose der Erkrankung wird also zu einem Zeitpunkt gestellt zu dem der kranke Hund bereits eine mehr oder weniger große Anzahl von Nachkommen gebracht hat. So gibt es z.B. eine genetisch bedingte Erkrankung der Herzklappen, die bei den betroffenen Tieren zu Leistungsminderung, Kreislaufinsuffizienz und frühzeitigem Tod führt. Junge betroffene Tiere sind im allgemeinen klinisch unauffällig und werden daher ohne Bedenken zur Zucht eingesetzt. Mit etwa 5 bis 6 Jahren, wenn der Defekt sich klinisch manifestiert und die Symptome für den Besitzer erkennbar werden, hat der Hund seine Defektgene bereits an seine Nachkommen weitergegeben was besonders folgenschwer ist wenn es sich um einen züchterisch viel genutzten Champion handelt. Sowohl in Bezug auf die züchterische Selektion als auch auf die Welpenauswahl empfiehlt sich in einem solchen Fall die züchterische Nutzung von Hunden die in fortgeschrittenem Alter noch gesund sind bzw. die Auswahl eines Welpen aus einer Paarung von älteren noch gesunden Elterntieren.
Leider wird von den meisten Zuchtverbänden der Zuchteinsatz von Hunden ab einem bestimmten Alter nicht mehr zugelassen. Damit benimmt sich der Zuchtverband der Möglichkeit der Selektion auf Langlebigkeit und langfristige Gesundheit.
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Unzureichender Informationsfluss über Defekte, die in einer Rasse oder Familie auftreten:
Dies ist wohl eines der größten Probleme, einerseits im Rahmen einer erfolgreichen züchterischen Bekämpfung von Erbkrankheiten und anderseits auch bei der Auswahl eines möglichst gesunden Hundes. Die Beziehung eines Züchters zu seinem Hund ist im allgemeinen keine rationale sondern eine sehr stark emotional gefärbte. Die Erkenntnis eines genetischen Defektes bei seinem Hund selber oder bei dessen Nachkommen wird oft als persönlicher Makel empfunden und daher, wenn möglich, verschwiegen. Dazu kommt, dass die Durchführung standardisierter Untersuchungen fast immer mit zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden ist der von einem Hundebesitzer immer nur dann in Kauf genommen wird wenn er den Befund der betreffenden Untersuchung für die Zuchtzulassung seines Hundes braucht. Hundebesitzer die mit ihrem Tier nicht züchten wollen sind in den meisten Fällen nicht bereit ihren Hund einer Untersuchung zu unterziehen. Damit sind leider viele Familiendaten zu bestimmten Defekten für eine wirklich sichere Aussage bezüglich der Vererbung unzureichend
Welchen Welpen sollte man auswählen ?
Bevor man sich für einen Welpen entscheidet sollte man sich die Mutterhündin und wenn möglich auch den Vater genau anschauen und eine Weile beobachten. Dabei ist einerseits auf Bewegungsanomalien und Lahmheiten sowie auf weitere auffallende Exterieur- oder Gesundheitsschäden zu achten. Auch wenn Zuchttiere z.B. bei der HD-Untersuchung mit 12 Monaten als HD-frei befundet worden sind können sich im Laufe der Zeit degenerative Veränderungen ergeben deren genetische Grundlage an die Nachkommen vererbt wird. Anderseits sollte man auch das Verhalten der Eltern beobachten. Verhaltensstörungen und Wesensfehler entwickeln sich zwar in den meisten Fällen auf der Basis einer nicht oder schlecht funktionierenden Mensch-Hund-Beziehung, einzelne Wesensmängel wie z.B. eine niedrige Reizschwelle oder Temperamentfehler können aber von den Eltern an die Nachkommen vererbt werden. In manchen Fällen dient die Mutterhündin auch als Vorbild für die Welpen und Fehlverhalten der Mutter wird von den Welpen nachgeahmt.
Bei der eigentlichen Auswahl eines Welpen aus einem Wurf sollte man sich nicht von der klassischen und weit verbreiteten Meinung leiten lassen dass der dickste Welpe auch der gesündeste ist. Speziell bei den Rassen die für Gelenkserkrankungen besonders disponiert sind ist eigentlich fast das Gegenteil der Fall. Denn jedes Gramm Fett das ein Welpe mit sich herumtragen muss belastet die speziell im Wachstum besonders empfindlichen Gelenke im Übermaß und begünstigt degenerative Veränderungen. So wichtig eine ausreichende und ausgewogene Fütterung der Welpen ist, so schädlich ist eine übermäßige Fütterung. Leider sehen es viele Züchter als ihren persönlichen Ehrgeiz an, möglichst dicke und runde Welpen herzeigen zu können.
Bei der Auswahl eines Welpen spielt natürlich auch gegenseitige Sympathie eine Rolle. Wer kann schon einem Fellknäuel, das freudig auf einen zuläuft widerstehen. Meist ist man aber gut beraten wenn man die Auswahl dem Züchter überlässt. Der kennt seine Welpen am besten und kann im allgemeinen ganz gut abschätzen welcher Welpe zu welchem Interessenten passt.
Zusammenfassung
Der Weg zum Wunschhund
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Auseinandersetzung mit der Rasse der Wahl
- liegt ein tierschützerisch bedenklicher Rassestandard vor - wenn ja mit welchen gesundheitlichen Problemen ist zu rechnen
- welche Erbfehler und Erbkrankheiten können bei Hunden dieser Rasse auftreten
- welche Wesens- und Charaktereigenschaften sind bei Hunden dieser Rasse zu erwarten (was war der frühere Verwendungszweck der Rasse)
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Kontaktnahme mit einem Rassezuchtverband
- welche Selektionsmaßnahmen gegen Erbfehler werden im Rahmen des Verbandes durchgeführt
- welche Anforderungen muss ein Hund erfüllen, um zur Zucht zugelassen zu werden
- bei welchen Züchtern sind zur Zeit Welpen zu vergeben oder zu erwarten
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Kontaktnahme mit Züchtern
- Gesundheitsstatus der Wurfeltern prüfen (nach Möglichkeit genaue Befunde erfragen oder sich zeigen lassen)
- Gesundheitsstatus von früheren Nachkommen der Eltern und/oder von früheren Vorfahren prüfen
- Hündin und Rüden anschauen und nach Möglichkeit längere Zeit beobachten (achten auf Bewegungs- und Verhaltensanomalien)
- Zwinger anschauen (Aufzuchtbedingungen für die Welpen prüfen)
- Aussuchen des Welpen.
Die Haftung der Züchter
Haben Hundefreunde noch vor gar nicht allzu langer Zeit erfreut zur Kenntnis genommen, dass der Hund nach dem deutschen Grundgesetz keine Sache mehr ist sondern ein "Mitgeschöpf" so werden durch die Bestimmungen des 2002 reformierten Kaufrechts die Verhältnisse wieder umgedreht. In der Verkaufssituation wird der Hund wieder zum Verkaufsgegenstand und damit genau genommen wieder zu einer Sache.
Obwohl eine entsprechende Regelung im Interesse der Hundekäufer grundsätzlich zu begrüßen ist scheint es doch so, das der Gesetzgeber bei der Formulierung des Gesetzes wenig Sachkenntnis in Bezug auf praktische züchterische und genetische Aspekte der Hundezucht eingebracht hat. Und die Auswirkungen dieser neuen Bestimmungen auf die praktische Hundezucht sind zur Zeit noch gar nicht absehbar....
Die Rechtslage
Der Grundinhalt des Kaufrechtes besagt, dass ein Züchter zwei Jahre für einen Mangel, der bei einem von ihm verkauften Hund auftritt, haften muss sofern dieser Mangel bereits bei der Übergabe des Hundes vorlag. Innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Verkauf liegt zudem die Beweislast beim Züchter, der beweisen müsste, dass der entsprechende Mangel zum Zeitpunkt der Übergabe nicht vorlag.
Schon die juristische Sachlage erscheint kompliziert und bedarf sicherlich noch diverser Höchstgerichtsurteile um den Betroffenen auch nur halbwegs Rechtssicherheit im Umgang mit dem Hundekauf zu vermitteln. Die grundsätzliche Rechtslage - zumindest was die Rechtsituation in Deutschland betrifft - findet man sehr übersichtlich und informativ in einem Büchlein von Verena S. Rottmann, einer Juristin, die die wesentlichen Aspekte des neuen Kaufrechtes in dieser Form betroffenen zugänglich macht. Hier findet man auch eine Menge Tipps und Hinweise, was man als Züchter beachten sollte um nicht unwissentlich in die Falle der Produkthaftung zu laufen.
Die rechtliche Situation in Österreich ist in Details etwas anders, grundsätzlich haftet aber auch nach österreichischem Recht der Hundezüchter für Mängel der von ihm verkauften Welpen. Informationen zur Rechtslage in Österreich finden sich in einer Broschüre der Tierombudsstelle Wien.
Die Probleme
So sehr ich selber grundsätzlich die Intention des Gesetzgebers begrüße, Hundezüchter in die Verantwortung zu nehmen, so problematisch erscheinen mir doch einige Aspekte der Umsetzbarkeit. Denn im Gegensatz zu anderen Verkaufsgütern, denen der Hund in Kaufrecht gleichgestellt ist, ist der Hund nun mal keine Sache sondern ein Lebewesen das systemimmanent fehleranfällig ist. Diese Fehler können durchaus zu Lasten des jeweiligen Züchters gehen in vielen Fällen entziehen sie sich aber einer Beeinflussbarkeit durch diesen. Und der gewissenhafteste Züchter der Welt kann niemals mit Sicherheit ausschließen, dass ein von ihm verkaufter Welpe einen Schaden oder Mangel im Sinne des Kaufrechtes aufweist.
So gesehen müssten nach meiner Ansicht die vom Kaufrecht betroffenen Mängel zumindest in zwei Kategorien geteilt werden:
- diejenigen Mängel, die vom Züchter wissend oder billigend in Kauf genommen wurden.
- diejenigen Mängel, die nach der Natur der Sache vom Züchter nicht vermeidbar aufgetreten sind.
Wissend oder billigend ?
Zur Gruppe 1 wären alle jene Mängel zu zählen, die sich aus Fehlern bei der Aufzucht (mangelnde Hygiene, mangelnde Sozialisierung, falsche Fütterung, Fehler bei Impfung bzw. Entwurmung etc.) oder aus bewussten züchterischen Fehlentscheidungen (Zuchtverwendung kranker Tiere, Zuchtverwendung bekannter Anlageträger für bestimmte Erbfehler, Kombination bekannter Vererber im Pedigree der Nachkommen, Inzestpaarung oder Paarungen mit hohem Inzuchtniveau etc.) ergeben.
Hier wären genau genommen auch alle jene Mängel zu nennen, die sich aus krankheitsrelevanten Rassemerkmalen ergeben. Dabei besteht aber die nach meiner Interpretation etwas abstruse Situation, dass in bestimmten Fällen bei korrekter Auslegung des Gesetzestextes, der Züchter eher zur Haftung herangezogen werden könnte, wenn der von ihm gezüchtete Welpe zu gesund ist. So haftet nach dem Kaufrecht der Züchter wenn der von ihm verkaufte Hund nicht die Beschaffenheit aufweist, die bei Tieren der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach Art der Sache erwarten kann. Nehmen wir mal an jemand kauft einen Mops weil ihm das flache Gesicht und die großen runden Augen der Rasse so gut gefallen und landet bei einem Züchter, der zwar Möpse züchtet, aber im Interesse der Hunde solche mit längerer Nase bevorzugt. Die längernasigen Nachkommen weisen aber damit nicht die Beschaffenheit auf, die üblicherweise bei Möpsen erwartet werden kann und obwohl diese Mopskinder sicherlich gesünder und im allgemein biologischen Sinn weniger mangelhaft sind, könnte ein Käufer auf die Idee kommen vom Züchter Preisminderung oder gar Wandlung zu verlangen weil die kleinen Möpse nicht so aussehen, wie der Käufer es erwartet hatte.
Dieses Beispiel ist sicherlich etwas überzogen und das Problem könnte durch entsprechende Information der Käufer und aufklärende Formulierungen im Kaufvertrag wohl kontrolliert werden. Trotzdem zeigt es die speziellen Probleme, die die Anwendung des Kaufrechts für Hundezüchter mit sich bringen kann.
Unvermeidbare Mängel ?
Schwieriger wird es jedenfalls bei der zweiten Gruppe von Mängeln, nämlich jenen, die auch bei sorgfältiger Zuchtarbeit nicht zu vermeiden sind. Dazu gehören alle Defekte, die in einer Rasse oder Linie oder Familie erstmalig auftreten, bzw. deren Auftreten vom Züchter aufgrund fehlender oder mangelhafter Informationen nicht vorhergesehen werden konnte. Unzureichender Informationsfluss ist ja eines der Hauptprobleme in der Rassehundezucht und so geschieht es immer wieder, dass ein Züchter nach bestem Wissen und Gewissen eine Zuchtentscheidung trifft und dennoch bei den Nachkommen Defekte bzw. Mängel im Sinne des Gesetzes auftreten.
Das Problem ist hier sicherlich die Frage der Beweislast. Man wird in vielen Fällen wohl dem Züchter beweisen können, dass er wissentlich eine Paarung mit einem erhöhten "Mängelrisiko" für die Nachkommen durchgeführt hat, der umgekehrte Beweis durch den Züchter, dass ihm das erhöhte Mängelrisiko nicht bekannt war, wird wohl schwerlich zu erbringen sein.
Bei akribischer Umsetzung und Ausnützung der Kaufrechtsbestimmungen sehe ich zudem die Gefahr, dass viele Züchter in ihrem eigenen Interesse von weiteren Zuchtaktivitäten Abstand nehmen, da selbst bei noch so gewissenhafter Zucht die Vermeidung von Gewährleistungsansprüchen der Welpenkäufer zum "biologischen Roulette" wird.
Wesentlich erschiene mir in diesem Zusammenhang daher die Haftung auf solche Mängel zu begrenzen die bei Beachtung aller möglichen züchterischen Sorgfalt zu vermeiden gewesen wären. Hier bietet sich an, dass die Zuchtverbände für jede Rasse definieren, welche Maßnahmen im Einzelfall zur züchterischen Sorgfalt bei der jeweiligen Rasse zu zählen sind. Hier wäre vor allem die Durchführung bestimmter Untersuchungen bei den Zuchttieren zu nennen, Vermeiden von Inzuchtpaarungen sowie Beachtung von Defektvererbern im Pedigree von Paarungspartnern.
Bei der Übergabe vorhanden?
Dieser Punkt erscheint mir in Hinblick auf die Haftung für genetisch bedingte Defekte besonders problematisch. Bei angeborenen oder früh manifestierenden Defekten ist das noch relativ einfach. So ist z.B. eine sensorineurale Taubheit bei einem Dalmatiner zum Zeitpunkt der Welpenübergabe entweder vorhanden oder nicht. Ein im Alter von 10 Wochen hörender Dalmatiner wird auch nach einem halben Jahr noch hören sofern nicht durch eine Erkrankung anderer Art eine Taubheit verursacht wird.
Wie sieht das aber bei den sogenannten Dispositionserkrankungen aus? Krankheiten also, bei denen nicht die Krankheit sondern nur die Disposition zu der Erkrankung vererbt wird und die Krankheit selber sich erst nach einer individuell unterschiedlichen Zeitspanne und in Abhängigkeit von individuellen Umwelteinflüssen manifestiert. Im streng biologischen Sinn ist natürlich der genetische Defekt der z.B. zu einer HD oder einer Autoimmunerkrankung führt bereits bei der Übergabe vorhanden, aber weder für den Züchter noch für den Käufer ersichtlich. Und ob es dann zu einer Manifestation der Erkrankung kommt liegt nicht mehr im alleinigen Einflussbereich des Züchters. So ist es z.B. wohlbekannt, dass falsche Fütterung sehr wohl in einem kausalen Zusammenhang mit der Entwicklung einer HD steht und damit trägt der Käufer zumindest einen Teil der Mitverantwortung wenn er denn seinen Hund im Übermaß und in falscher Zusammensetzung füttert. Die alleinige Haftung durch den Züchter erscheint in so einem Fall zumindest fragwürdig zu sein.
Und was ist mit den Rüden?
Hier kommt noch ein anderer Aspekt ins Spiel. Als Züchter gilt nach den üblichen Zuchtbestimmungen der Besitzer der Hündin zum Zeitpunkt des Belegens. Den Züchter für Mängel an den von ihm gezüchteten Welpen haftbar zu machen impliziert aber, dass allein der Züchter, also der Besitzer der Hündin für Mängel der Welpen verantwortlich ist. Das stimmt aber weder im biologischen noch im zuchtpraktischen Sinn. Es ist eine der Grundregeln der Genetik, dass sowohl der Vater als auch die Mutter an der genetischen Ausstattung der Nachkommen beteiligt sind. Sowohl der Zuchtrüde als auch die Zuchthündin sind somit für die Eigenschaften der Nachkommen verantwortlich und zwar sowohl für deren Vorzüge als auch für deren Mängel. Da ein großer Teil genetischer Defekte einem rezessiven Erbgang folgt, kann ein Nachkomme den jeweiligen Defekt nur zeigen, wenn er das Defektgen in doppelter Dosis also im homozygoten Genotyp trägt. Nachkommen, die für ein rezessives Defektgen homozygot sind, müssen aber somit sowohl einen Vater als auch eine Mutter haben, von denen sie dieses Defektgen geerbt haben, die also beide mit diesem Defektgen belastet sind. Gleiches gilt sinngemäß auch für polygene Defekte, bei denen allerdings der mütterliche und väterliche Anteil an den Defektgenen der Nachkommen etwas unterschiedliches Ausmaß haben kann.
Wenn aber die genetische Grundlage von Mängeln der Welpen auch vom Zuchtrüden kommt, ist es nicht plausibel, dass nur der Züchter, also der Besitzer der Hündin für diese Mängel haften muss. Zumal ja im Grunde auch der Besitzer des Rüden am Nutzen durch den Verkauf, also am ökonomischen Gewinn beteiligt ist. Ebenso ist der Besitzer des Rüden am Prestigegewinn durch die Nachkommen beteiligt. Nachkommen, die aufgrund positiver Eigenschaften bei Ausstellungen oder Leistungsprüfungen auffallen, werden von Rüdenbesitzern sehr gerne als Beweis für die züchterische Qualität ihres Rüden herangezogen. Somit ist also nicht einzusehen, dass Rüdenbesitzer nicht auch für Mängel bei den Nachkommen ihres Rüden die Verantwortung übernehmen.
Oft ist die Situation ja sogar so, dass der Besitzer des Rüden Informationen über bereits vorhandene Nachkommen nicht oder nur unzureichend an Besitzer von Hündinnen weitergibt. Dies insbesondere dann, wenn bei diesen Nachkommen Mängel aufgetreten sind. Es ist sicher nicht die Norm, aber auch nicht ganz ungewöhnlich dass Besitzer von Rüden Hündinnenbesitzern Defekte bei Nachkommen ihres Rüden verschweigen und ihnen damit die Chance zu einer überlegten Paarungsentscheidung nehmen.
Die alleinige Haftungsverantwortung des Züchters, also des Hündinnenbesitzers für Mängel der Welpen ist somit aus praktisch züchterischer und biologischer Sicht nicht vertretbar und widerspricht sicherlich nicht nur meinem persönlichen Rechtsempfinden.
Eine Berücksichtigung dieser Aspekte in der Praxis wäre wohl auf verschiedenen Wegen möglich. Sei es, dass Besitzer von Hündinnen Regressforderungen an den jeweiligen Rüdenbesitzer stellen können, sei es dass das Kaufrecht in der Form modifiziert wird, dass neben dem Züchter auch der Besitzer des Rüden haftbar ist, oder dass der Begriff des "Züchters" in der Zuchtordnung erweitert wird und den Rüdenbesitzer miteinschließt.
Wie auch immer. Die Umsetzung des Kaufrechtes in der praktischen Hundezucht erfordert mehr als eine simple Befolgung des Gesetzestextes will man nicht Situationen schaffen, die nicht nur dem natürlichen Rechtsempfinden jedes Bürgers widersprechen sondern die auch in sachlicher Hinsicht weder vertretbar noch begründbar sind. Denn Hunde sind keine Fließbandprodukte, die nach einem definierten Normstandard hergestellt werden. Es sind Lebewesen, die so wie ihre Besitzer auch den komplizierten Regeln der Interaktion zwischen Genen und Umwelt folgen und daher nur in sehr begrenztem Umfang in ihrer Mängelanfälligkeit vorhersehbar und damit auch planbar sind.
Bedenkt man all dies ergibt sich die berechtigte Frage wieweit Urteile auf der Basis des bestehenden Kaufrechtes in der juristischen Praxis Berufungen und allfälligen höchstrichterlichen Entscheidungen standhalten werden. Das bleibt jedenfalls mit Spannung abzuwarten.
Ausblick
In zumindest einem Fall hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe bereits ein Urteil gefällt, in dem ein Züchter von der Haftung freigesprochen wurde. In diesem Urteil heißt es u.a.:
Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts hat ein Züchter nicht schlechthin für eventuelle genetische Fehler eines Hundes einzustehen. Ein Züchter, der eine Garantie für eine bestimmte Entwicklung des Tieres nicht übernommen hat, hat dessen anlagebedingte Fehlentwicklung zu vertreten, wenn er - abgesehen von der im vorliegenden Fall von vornherein ausscheidenden Schuldform des Vorsatzes - für die genetischen Ursachen der Fehlentwicklung deshalb die Verantwortung zu tragen hat, weil er bei der Zucht die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen und dadurch fahrlässig gehandelt hat (§ 276 Abs. 2 BGB).
Das komplette Urteil findet man [hier].
Nach meinem Rechtsverständnis hat damit der Bundesgerichtshof genau meine Argumentation der Trennung von Mängeln in solche, die "wissend oder billigend" d.h. also fahrlässig verursacht wurden und solche die "unvermeidlich" d.h. trotz Beachtung aller züchterischer Sorgfalt aufgetreten sind, thematisiert. Ein wichtiges und positives Signal des BGH, das die spezielle Problematik des Verkaufs von lebenden Tieren zumindest von den Grundprinzipien her berücksichtigt. Und jenen Züchtern Unterstützung signalisiert, die nach bestem Wissen und Gewissen und unter Einhaltung aller möglichen züchterischen Sorgfalt züchten.
Genetische Forschung zur Epilepsie beim Hund
Genetische Forschung am und für den Hund hat noch keine sehr lange Geschichte. Da Forschung insbesondere im genetischen Bereich teuer ist sind Wissenschaftler mehr und mehr auf die Zuteilung von Forschungsgeldern angewiesen. Und diese werden eher solchen Projekten zugesprochen die von großem Allgemeininteresse sind und weniger Projekten, die sich mit einer Tierart befassen, deren Bedeutung für den Menschen sich nach landläufigen Interpretationen im Hobbybereich bewegt. Erst die Aufmerksamkeit, die durch die Entschlüsselung des genetischen Codes bei Hunden der genetischen Ähnlichkeit zwischen Mensch und Hund geschenkt wurde brachte einen Anstoß in eine Richtung, die heute Entwicklungen in einem fast unglaublichen Tempo beobachten lässt.
Dies ist eine Entwicklung, die vielleicht auf den ersten Blick für den Hund nur eine Rolle als wissenschaftliches Instrument vorsieht. Denn die Ähnlichkeit zwischen Krankheiten des Hundes und des Menschen lässt Analogien auch im molekulargenetischen Bereich erwarten und macht daher den Hund als Tiermodell für menschliche Erkrankungen interessant. Dazu kommt der Aspekt, dass im Gegensatz zum Menschen, der sich aus populationsgenetischer Sicht im Sinne von Zufallspaarung fortpflanzt, der Hund kleine streng abgeschlossene Fortpflanzungsgemeinschaften in Form von Rassen bildet. Die genetische Isolation, die sich für die Rassen zwar zum Teil mehr als verhängnisvoll auswirkt, ist für die molekulargenetische Krankheitsforschung ein absoluter Glücksfall. Denn nur in solch abgeschlossenen Familienstrukturen lässt sich die gemeinsame Weitergabe von Genen von Generation zu Generation mit der Exaktheit verfolgen, die für die Entwicklung und Etablierung von molekulargenetischen Nachweismethoden erforderlich ist.
Und das Prinzip bewährt sich. Die Entwicklung von molekulargenetischen Diagnoseverfahren boomt. Was von der Forschungsintention her dem Menschen nützen soll, nützt auch dem Hund. Laufende Projekte eröffnen die Hoffnung auch solche Krankheiten in Zukunft bekämpfen zu können, die sich bisher einer züchterischen Bearbeitung hartnäckig entzogen haben.
Eine solche Erkrankung ist die Epilepsie.
Epilepsie - das maskierte Problem
Unter dem Begriff Epilepsie werden Anfallserkrankungen zusammengefasst, die sehr unterschiedliche Ursachen aber auch recht unterschiedliche Verlaufsformen haben können. Sowohl externe Ursachen wie Unfälle oder Vergiftungen als auch genetische Veränderungen können zu Anfallserkankungen führen. So können epileptische Anfälle z.B. im Zusammenhang mit genetischen Erkrankungen der Leber wie angeborenen Lebershunts oder aber als primäre Formen, die auf Veränderungen im Bereich des zentralen Nervensystems beruhen, auftreten. Epilepsie kann sich in sehr unterschiedlichem Lebensalter manifestieren, meistens erkranken die Hunde aber in einem Alter, in dem Zuchttiere bereits Nachkommen produziert haben. Die Diagnose ist immer schwierig, insbesondere die Zuordnung von Anfällen zu einer Primärerkrankung. Was die züchterische Bearbeitung aber besonders schwierig macht ist die Tatsache, dass Epilepsie nicht screenbar ist. Das heißt, dass ein Hund mit Epilepsie außerhalb eines Anfalls nicht als Epileptiker identifizierbar ist. Damit können Anfallsleiden einerseits nicht rechtzeitig erkannt werden, anderseits aber auch durch Züchter im allgemeinen gut geheim gehalten werden, eine züchterische Bekämpfung wird damit extrem schwierig bzw. so gut wie unmöglich.
Der Krankheitswert von Epilepsie ist hoch. Im günstigsten Fall hat ein Hund nur selten Anfälle. In solchen Fällen ist auch eine Therapie im Allgemeinen nicht notwendig. Bei häufigeren Anfällen ist eine Therapie möglich, die aber in den meisten Fällen lebenslang und regelmäßig verabreicht werden muss. Nicht alle Fälle von Epilepsie sprechen auf die Therapie an und zudem haben die eingesetzten Medikamente mehr oder weniger starke Nebenwirkungen, die zum Teil auch massive Veränderungen der Persönlichkeit der betroffenen Hunde zur Folge haben. Bei zwei meiner eigenen Hunde musste ich mich bisher mit epileptischen Anfällen auseinandersetzen. Im ersten Fall hatte ich "Glück". Die Anfälle kamen selten und verschwanden mit zunehmendem Alter von alleine wieder. Im zweiten Fall bestand das "Glück" nur darin, dass die Krankheit erst im Alter von 11 Jahren auftrat. Dann aber entfaltete sie ihre volle zerstörerische Wirkung. Häufige und heftige Anfälle, die eine ständige Therapie mit steigender Dosierung der Medikamente notwendig machten, führten zu einem zunehmenden Persönlichkeitsverfall bei meiner Hündin. Unsauberkeit, Hyperaktivität, Zwangswandern und zunehmende Demenz waren die für alle Beteiligten nur schwer zu ertragenden Folgen. Die Diagnose einer Epilepsie bedeutet somit in den meisten Fällen eine massive und andauernde Beeinträchtigung der Lebensqualität sowohl für den Hund als auch für den Besitzer.
Epilepsie tritt in vielen Rassen in einer mehr oder weniger hohen Frequenz auf. Die fehlenden Möglichkeiten zur Detektierung von Merkmalsträgern lassen eine genaue Schätzung der Verbreitung nicht zu. Bedenkt man die verbreitete Verschwiegenheitstaktik vieler Hundezüchter muss man in den meisten betroffenen Rassen von einer recht hohen Dunkelziffer ausgehen.
Wer sich näher über die klinischen und genetischen Aspekte der Epilepsie beim Hund informieren will, findet gute und ausführliche Informationen z.B. auf den folgenden Seiten:
- Epilepsie beim Hund
- Epilepsie-Fibel für Hundehalter
- Hundezeitung im Internet
- Canine Epilepsy Network
Ein erster Schritt
Die erste Hoffnung auf eine effiziente züchterische Bekämpfung der Epilepsie ergab sich aus einer Publikation einer kanadischen Forschungsgruppe um Hannes Lohi, die 2005 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Science eine Mutation beschrieben, die beim Menschen mit einer bestimmten Form der Epilepsie, der "Lafora-Krankheit" assoziiert ist und die nach den Ergebnissen der publizierten Arbeit auch bei Miniatur-Rauhhaardackeln mit der entsprechenden Erkrankung nachweisbar ist.
Nun ist diese Form der Epilepsie beim Miniatur-Rauhhaardackel zwar mit etwa 5% Merkmalsträgern recht häufig, bei den meisten anderen Rassen treten aber in erster Linie andere Formen der Epilepsie auf, die mit dem neuen Gentest daher auch nicht nachweisbar sind. Nichtsdestoweniger, der erste Schritt wurde weiter verfolgt und inzwischen arbeitet Dr. Lohi an der Universität in Helsinki weiter an der Entwicklung molekulargenetischer Nachweisverfahren für Erbkrankheiten und insbesondere der Epilepsie beim Hund. [Näheres dazu hier]. Diese Forschungsarbeiten laufen im Netzwerk einer umfangreichen internationalen Kooperation ab. Die Ausgangssituation speziell in Finnland ist günstig. Fast alle reinrassigen Hunde sind registriert, es existiert eine öffentlich zugängliche Datenbank in der alle Zuchtbücher enthalten sind und die Ahnentafeln der Hunde per Mausklick für jeden verfügbar sind. Auch die Kooperationsbereitschaft der Hundebesitzern scheint im Vergleich mit anderen Ländern recht hoch zu sein. Dank dieser Voraussetzungen konnten für die molekulargenetischen Studien bereits über 6000 Blutproben mit den dazugehörigen Ahnentafeln gesammelt werden, eine wichtige Voraussetzung für die Erarbeitung molekulargenetischer Marker. Vor kurzem wurde Dr. Lohi von der finnischen Akademie mit dem Preis für wissenschaftliche Courage ausgezeichnet, eine Auszeichnung, die an Wissenschaftler vergeben wird, "welche beispielslose Unerschrockenheit, Kreativität und Neuerungen in ihren Arbeiten an den Tag gelegt haben". So paradox es klingen mag, aber diese Unerschrockenheit wird Dr. Lohi brauchen, wenn er sich in der Verfolgung seines Zieles mit den Züchtern und Zuchtverbänden auseinandersetzen muss. Denn so sehr Züchter Interesse an dem Ergebnis haben so wenig sind sie üblicherweise bereit ihr gewohntes Schweigen im Interesse der Forschung zu brechen.
Das Problem ist jedenfalls, ohne die Mitarbeit von Züchtern und Hundebesitzern geht es nicht. Denn abgesehen von den finanziellen Mitteln, die zumindest zum Teil über Spenden aufgebracht werden müssen, sind für eine erfolgreiche Arbeit an der Entwicklung von Gentests auch Blutproben und Pedigrees von Hunden notwendig. Und zwar nicht nur von Merkmalsträgern sondern auch von gesunden Hunden.
Finnische Vertreter einer der Rassen, die von Epilepsie betroffen ist haben in diesem Zusammenhang ein bemerkenswertes Projekt gestartet. Das Projekt Epidal forciert und unterstützt die Epilepsieforschung speziell für Dalmatiner. Auf der Website dieses Projektes finden interessierte Hundebesitzer alle notwendigen Informationen die für eine aktive Beteiligung notwendig sind. Da die finnische Dalmatinerpopulation zu klein ist um allein auf nationaler Ebene genügend Proben für die Entwicklung eines Gentests aufzubringen, ist speziell für dieses Projekt internationale Kooperation gefragt. Es sollte sich somit jeder Dalmatinerbesitzer von dem Projekt angesprochen fühlen und soweit möglich auch aktiv mitmachen.
Es ist dem Projekt und seinen Initiatoren und Mitarbeitern zu wünschen, dass möglichst viele Hundebesitzer und Züchter sich an den Forschungsarbeiten beteiligen und dass durch die Zusammenarbeit zwischen betroffenen Hundebesitzern, Züchtern und engagierten Wissenschaftlern ein Weg zu einer effizienten Bekämpfung einer der problematischsten Erbkrankheiten, der Epilepsie gefunden wird.
Und es ist zu hoffen, dass die Initiative Vorbildwirkung hat und vergleichbare Initiativen auch von Vertretern anderer Rassen und auch in Bezug auf andere Erkrankungen umgesetzt werden. Denn die molekulargenetische Forschung ist einer der stärksten Hoffnungsträger für die Hundezucht.
Ergänzung: Jänner 2008
Und es gibt bereits vergleichbare Initiativen. Eine Gruppe von Whippetzüchtern hat ein ähnliches Projekt auf die Beine gestellt um die auch in dieser Rasse bereits beobachtete Epilepsie züchterisch unter Kontrolle zu bringen. Besonders bemerkenswert an der Initiative dieser Züchter erscheint, dass hier versucht wird frühzeitig gegen die Verbreitung dieser Erbkrankheit vorzugehen. Denn die beobachtete Häufigkeit von Epilepsie in dieser Rasse (z.B. 2% nach einer amerikanischen Gesundheitserhebung) erscheint auf den ersten Blick gar nicht besonders hoch. Für die europäische Population liegen zwar keine gesicherten Studien über die Häufigkeit vor, dem Vernehmen nach soll die Prävalenz aber in Europa deutlich höher liegen. Völlig richtigerweise gehen die Initiatoren des Projektes zudem einerseits von einer recht hohen Dunkelziffer aus, anderseits von der bekannten Tatsache, dass die klinisch erkrankten Merkmalsträger immer nur nur die Spitze des Eisberges darstellen. Denn in allen Fällen von rezessiver Vererbung sind weit mehr klinisch gesunde Anlageträger als tatsächliche Merkmalsträger für die genetische Belastung der Population verantwortlich. Und nur dann, wenn Züchter rechtzeitig effiziente Maßnahmen zur Bekämpfung von Erbkrankheiten setzen, besteht die Chance den Defekt zu eliminieren ohne die genetische Varianz der Population zu stark einzuschränken.
Näheres zu dem Whippet-Projekt finden Sie [hier]
Angeborene Defekte - Erblich oder nicht?
Jeder Züchter kennt oder fürchtet die Situation. Der lang erwartete Wurf ist geboren, Hündin und Welpen liegen gesäubert und zufrieden in der Wurfkiste, der Züchter sitzt mit leuchtenden Augen davor und freut sich an dem frisch geborenen Familienglück.
Und dann, auf einmal, fällt bei einem oder mehreren der Welpen etwas auf. So kann bei einem der Welpen etwas Milchschaum aus der Nase quellen, einer der Welpen trinkt nicht richtig oder wirkt schlaff, bei einem Welpen zeigt sich eine Vorwölbung am Bauch, oder eine Hautöffnung am Rücken, ein Welpe kann verdrehte oder verkrümmte Gliedmaßen haben, oder einen Spalt quer über das ganze Gesicht ...
- Die Liste der angeborenen Missbildungen ist lang. Manche machen sich gleich nach der Geburt bemerkbar, manche erste später. Manche lassen sich behandeln, andere wieder führen entweder direkt zum Tod der betroffenen Welpen oder machen eine Euthanasie unvermeidlich.
- Die Frage, die sich neben der emotionalen Belastung, die ein solches Szenario in jedem Fall darstellt, für den betroffenen Züchter aber immer ergibt, ist die nach der Erblichkeit des Defektes. Und damit auch die Frage ob die Eltern des betroffenen Wurfes für eine Weiterzucht noch in Frage kommen oder besser aus der Zucht ausgeschieden werden sollten.
- Gerade diese Frage aber ist im Einzelfall kaum jemals mit absoluter Sicherheit zu beantworten. Denn auch wenn sehr oft davon ausgegangen wird, dass jeder angeborene Defekt erblich ist, so gibt es doch auch noch andere Ursachen für angeborene Missbildungen.
Angeboren oder erworben
Es ist eine häufige Fehlinterpretation einen angeborenen Defekt als jedenfalls genetisch bedingt und einen erworbenen oder besser, später manifestierenden, Defekt als jedenfalls umweltbedingt zu interpretieren. Richtig ist, dass der Zeitpunkt des Auftretens eines Defekt und seine Ursache zwei voneinander unabhängige Größen sind.
Zu unterscheiden sind daher:
-
angeborene Defekte: das sind Defekte bzw. Missbildungen, die sich kurz vor, während oder kurz nach der Geburt manifestieren. Sie können
- eine genetische Grundlage haben,
- können aber auch als Folge teratogener Einflüsse während der Trächtigkeit auftreten
-
erworbene Defekte: das sind Defekte, die sich zu einem späteren Zeitpunkt im Leben eines Hundes manifestieren. Auch erworbene Defekte können
- eine genetische Grundlage haben oder
- als Folge von Umweltbelastungen auftreten. Häufig gibt es eine genetische Grundlage in Form einer speziellen Krankheitsdisposition, wobei das eigentliche Auftreten des Defektes durch eine Kombination der Disposition mit bestimmten belastenden Umwelteinflüssen bestimmt wird.
Teratogene und Phänokopien
Nicht genetisch bedingte angeborene Defekte entstehen durch den Einfluss bestimmter Umweltfaktoren auf die Zellen des wachsenden Embryos. Da solche Defekte primär nicht von gleichförmigen genetisch bedingten Defekten zu unterscheiden sind, werden sie auch als Phänokopien bezeichnet. Auch die Bezeichnung Embryopathie findet sich häufig. Umweltfaktoren, die die Fähigkeit haben, embryonale Zellen zu schädigen, werden als Teratogene bezeichnet. Ihre Wirkung besteht in den meisten Fällen in einer Schädigung des Erbgutes von Körperzellen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer somatischen Mutation. Besonders Zellen, die gerade in Teilung begriffen sind, sind anfällig gegen die Wirkung von Teratogenen. Und da die Zellen des Embryos sich ja praktisch ständig teilen, sind sie auch ganz besonders empfindlich. Ganz besonders anfällig sind die embryonalen Zellen in jedem Entwicklungsstadium, in des sich die einzelnen Organe bilden. In diesem Stadium differenzieren sich die Zellen des anfänglich undifferenzierten embryonalen Zellklumpens zu Zellen mit speziellen Funktionen. Da in dieser Entwicklungsphase im Genom jeder Zelle intensive Aktivität herrscht, ist es gegenüber Störungen aus der Umwelt auch besonders anfällig. Beim Hund liegt diese besonders empfindliche Phase etwa in der Zeit zwischen dem 15. und dem 30. Trächtigkeitstag.
Zu den Faktoren, die als Teratogene in Frage kommen gehören ganz allgemein folgende Einflüsse:
- ionisierende Strahlen
- verschiedenste Medikamente
- verschiedenste Chemikalien
- Schimmeltoxine (Aflatoxin)
- Hyperthermie (Fieber)
- Stress
Darüber, welche Faktoren im Einzelnen beim Hund Missbildungen hervorrufen können gibt es nur wenig Literatur. Ein kürzlich erschienener Literaturrewiev zeigt einerseits Ursachen experimentell hervorgerufener Missbildungen beim Hund auf und gibt anderseits Empfehlungen darüber, welche Medikamente beim Hund während der Trächtigkeit speziell kontraindiziert sind.
So wurden im Experiment bei Hunden folgende Missbildungen beobachtet:
| Faktor | beobachtete Missbildungen |
| Aspirin (400 mg/kg) |
Gaumenspalten Mikrognathie (Fehlbildungen des Kiefers) Anasarka (generalisiertes Ödem der Unterhaut) Herzmissbildungen Rutenmissbildungen |
| Kortison (Kortisonacetate 25 mg/kg) |
Nabelbruch Ventrikelseptumsdefekt (Loch in der Herzscheidewand) |
| Zonisamide (Antiepileptikum, 30 mg/kg) |
Ventrikelspetumsdefekt Wirbelsäulen- und Rutenmissbildungen |
| Vitamin A (tägliche Überdosierung) |
Gaumenspalten Ohrdeformationen Knickruten |
Folgende Medikamente sollten während der Trächtigkeit bei Hunden ganz allgemein vermieden werden:
- Aspirin
- Alkohol
- Aminopterin (ein Folsäureantagonist)
- Kortison
- Griseofulvin
- Hydroxyurea (ein Zytostatikum)
- Oxytetrazyklin
- Thalidomid
- Vitamin A
Die gezielte Verabreichung kritischer Medikamente so wie auch die Wirkung ionisierender Strahlen z.B. im Rahmen einer Röntgenuntersuchung lässt sich während der Trächtigkeit ja vermeiden. Problematisch wird es allenfalls dort, wo eine Hündin unkontrolliert oder unvermeidbar teratogenen Einflüssen ausgesetzt wird.
Zu denken ist hier an fieberhafte Erkrankungen in der kritischen Trächtigkeitsphase ebenso wie an die unkontrollierte Aufnahme von Schimmeltoxinen (ich denke hier z.B. an die Leidenschaft für das Plündern von Komposthaufen meiner Labradorhündin Nicoline) oder an die kriminelle Energie vieler Hunde, die auch mal eine für den Menschen bestimmte Medikamentenpackung erwischen und den Inhalt vernichten.
Da Kortison teratogene Wirksamkeit hat, kann theoretisch auch jede Form von Stress, bei dem es zu einer Steigerung der körpereigenen Kortisonproduktion kommt, zu Missbildungen der Embryonen führen.
Das Problem ist, dass man im Einzelfall niemals sicher weiß, ob eine auftretende Missbildung durch teratogene Einflüsse entstanden ist oder auf der Basis eines genetischen Defektes. Man kann allenfalls durch etwas genetische Detektivarbeit Hinweise auf die eine oder die andere Ursache gewinnen.
Für einen genetischen Defekt sprechen folgende Hinweise:
- im genetischen Umfeld des Wurfes ist der beobachtete Defekt bereits einmal oder mehrmals aufgetreten. Hier sind insbesondere väterliche Halbgeschwister sowie Verwandte in aufsteigender Linie von Interesse. Mütterliche Halbgeschwister oder Vollgeschwister sind insofern nicht so aussagekräftig, als diese ja zumindest ähnlichen Umweltbedingungen und daher auch gleichen teratogenen Einflüssen ausgesetzt sein können.
Für eine Phänokopie sprechen folgende Hinweise:
- Die Hündin ist bekannter weise während der kritischen Trächtigkeitsphase einem teratogenen Einfluss ausgesetzt gewesen.
Die oben zitierte Liste von Stoffen, bei denen für den Hund teratogene Wirksamkeit bekannt ist, ist sicherlich unvollständig. Das liegt unter anderem auch daran, dass diesem Thema forschungsmäßig nicht besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Unlängst bin ich aber auf die Webpage einer amerikanischen Universität gestoßen, die sich dieser Fragestellung widmet und die auf der Suche nach Untersuchungsmaterial ist. Der Schwerpunkt der Forschung im Rahmen der "Canine Birth Defect Study" liegt bei den relativ häufigen Defekten Nabelbruch, Gaumenspalte und Kryptorchismus. Gesucht werden Züchter, bei denen diese Defekte aufgetreten sind und die bereit sind einerseits einen Fragebogen auszufüllen und anderseits Blutproben betroffener und nicht betroffener Welpen zur Verfügung zu stellen. Nähere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier:
Mögliche Prävention
Abgesehen vom gezielten Vermeiden möglicher Teratogene setzen viele Züchter auf die Verabreichung von Folsäure vor bzw. während der Trächtigkeit. In der Humanmedizin wird Folsäure vor allem zur Vermeidung von Missbildungen des Neuralrohres wie z.B. der gefürchteten Spina bifida eingesetzt.
Eine australische Studie bei Rhodesian Ridgeback zeigt, dass durch entsprechende Gabe von Folsäure das Auftreten des bei dieser Rasse recht häufigen Dermoid Sinus reduziert werden kann. Auch wenn diese Studie zum Teil etwas kontroversiell diskutiert wird ist sie doch ein Hinweis darauf, dass Prävention angeborener Defekte möglich sein kann.
Es ist zu hoffen, dass dem Problemkreis von Embryopathien beim Hund auch aus wissenschaftlicher Sicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sei es, dass durch gezieltere Prävention Fälle von angeborenen Missbildungen vermieden werden können, sei es dass im Einzelfall eine genauere Differenzierung zwischen genetisch bedingten und teratogenen angeborenen Missbildungen möglich wird.
Denn die gute Nachricht in diesem Fall wäre: Phänokopien werden nicht an die Nachkommen vererbt - Ein Zuchtausschluss von Verwandten wäre bei klarer Diagnosestellung daher nicht notwendig.
Abstammungskontrolle
Papier ist geduldig, das ist eine alte Weisheit und gilt auch in der Hundezucht. Und wenn man als Käufer um einen stolzen Betrag den wertvollen Rassewelpen mitsamt dem dazugehörigen Abstammungsnachweis vom Züchter entgegennimmt, dann ist es im Grunde ein Akt des Vertrauens wenn man davon ausgeht, dass die Angaben im Abstammungspapier auch tatsächlich der Realität entsprechen. In den meisten Fällen ist das Vertrauen gerechtfertigt, aber eben nicht in allen.
Warum ist die Abstammung überhaupt wichtig
Viele Hundefreunde meinen, dass die Abstammung eines Hundes überhaupt nicht wichtig ist. Und die vielen netten Mischlinge die es gibt, scheinen diese Hypothese zu untermauern. Trotzdem: wenn man sich für einen Rassehund entscheidet, dann tut man das unter anderem deshalb, weil man bestimmte Eigenschaften dieser Rasse favorisiert. Und wenn man sich dann auch noch für den Kauf eines Welpen von einem ganz bestimmten Züchter entscheidet, dann in vielen Fällen doch, weil einem die Elterntiere aus den verschiedensten Gründen gefallen. Oder weil man durch sorgfältige Auswahl der Elterntiere bestimmte Eigenschaften bei dem Nachkommen erwarten kann. Das kann eine bestimmtes Exterieur sein, Anlagen zu bestimmten Leistungen oder aber auch das Freisein von bestimmten Erkrankungen. Insbesondere dann, wenn man selber mit dem Welpen später züchten will ist es wichtig, dass man sich auf die Abstammungsangaben verlassen kann.
Besonders kritisch wird eine falsche Abstammung dann, wenn ein Nachkomme ein unerwünschtes Merkmal trägt wie z.B. einen genetischen Defekt. In solchen Fällen wird nämlich der Rückschluss gezogen, dass beide Eltern mit dem entsprechenden Defektgen belastet sind und damit eine Weiterzucht mit diesen Elterntieren nicht mehr zu empfehlen ist. Und wenn nun zum Beispiel ein vielversprechender Rüde auf Grund eines Defektes bei einem seiner Nachkommen, der aber tatsächlich von einem anderen Rüden stammt, aus der Zucht genommen wird, dann gehen der Population möglicherweise wertvolle Gene verloren.
Wie kann es zu einer falschen Abstammung kommen?
Dafür gibt es verschiedenste Gründe die nicht immer vom Züchter verschuldet sein müssen. Die häufigste Ursache ist sicherlich das bewusste oder unbemerkte Nachdecken einer Hündin durch einen anderen Rüden. Sei es, dass sie nach dem Decken durch den geplanten Rüden, der vielleicht ein weit entfernt lebender "Super-Champion" ist, sozusagen "zur Sicherheit" noch von einem leichter verfügbaren Rüden nachgedeckt wird, sei es dass sie nach der Rückkehr vom geplanten Deckakt unbemerkt nochmal von Nachbars Struppi gedeckt wird. In beiden Fällen kann der Wurf dann komplett oder teilweise von dem falschen Rüden stammen. Fährt ein Züchter mit seiner Hündin zum Decken zu einem Zwinger in dem mehrere Rüden leben, kann es ebenfalls dazu kommen, dass absichtlich oder irrtümlich nicht der Rüde zum Zug kommt der eigentlich vorgesehen war. Auch bei der instrumentellen Übertragung von Samen kann es zu Verwechslungen kommen insbesondere dann, wenn er in tiefgefrorenem Zustand gelagert oder transportiert wird.
Der verwerflichste Fall sind bewusste falsche Angaben wenn z.B. ein Rüdenbesitzer einen mehrfachen Champion hat, der aber nicht mehr fruchtbar ist, und statt diesem einen anderen weniger prämierten Rüden zum Decken verwendet dabei aber die höhere Deckgebühr für den Champion verrechnet. Aber auch Züchter selber können in betrügerischer Absicht falsche Abstammungsangaben machen und einer "wertvollen" Zuchthündin, die aus irgendwelchen Gründen nicht trächtig geworden ist, den Wurf einer anderen Hündin unterschieben einfach um höhere Welpenpreise zu erzielen.
Erfahrungen aus dem Bereich der Nutztierzucht zeigen, dass ohne routinemäßige und verpflichtende Abstammungskontrolle bis zu 25% aller Abstammungsangaben falsch sind. In der Hundezucht liegen die Zahlen sicherlich nicht so hoch, aber auch hier gehen Fachleute von bis zu 10% falschen Abstammungen aus.
Und nun stelle man sich z.B. das folgende Szenario vor: Ein vielversprechender junger Rüde hat nach zahlreichen Ausstellungsbesuchen diverse Championtitel errungen, wurde diversen, vom zuständigen Zuchtverband vorgeschriebenen, Untersuchungen unterzogen und z.B. als frei von HD, ED, PRA und Herzerkrankungen befundet und hat zudem die vorgeschriebene Wesensüberprüfung mit Bravour bestanden. Seine Besitzer kennen ihn als freundlichen, sozialverträglichen und unkomplizierten Gefährten. Ein Hund also dessen Eigenschaften eine Weitergabe an die nächste Generation sinnvoll erscheinen lassen. Der Rüde wird erstmalig eingesetzt und gleich in seinem ersten Wurf gibt es zwei Welpen mit mittelgradiger HD. Die logische und grundsätzlich auch sinnvolle Konsequenz ist, dass dieser Rüde aus der Zucht genommen wird. Was ist aber, wenn er tatsächlich gar nicht der Vater dieser kranken Nachkommen ist weil die Hündin unbemerkt von ihrem Besitzer von einem Rüden aus der Nachbarschaft nachgedeckt worden ist. Dann wird er ungerechtfertigt aus der Zucht ausgeschlossen und alle seine guten Eigenschaften gehen den folgenden Generationen verloren.
Nur wenige Rassepopulationen können es sich heutzutage noch leisten unnötigerweise bzw. irrtümlicherweise gute Zuchthunde aus der Zucht auszuschließen.
Wie funktioniert die Abstammungsüberprüfung?
Das Prinzip der Abstammungskontrolle ist recht einfach. Man weiß, dass ein Individuum an jedem Genort zwei Gene trägt, von denen es eines vom Vater und das andere von der Mutter geerbt hat. Ein Nachkomme kann daher nur solche Gene besitzen, die auch beim Vater bzw. bei der Mutter vorhanden sind.
Wir wollen das mal an einem einfachen Beispiel anschauen.
Die Haarlänge bei Hunden wird u.a. durch ein dominantes Gen für Kurzhaarigkeit bzw. ein rezessives Gen für Langhaarigkeit bestimmt. Kurzhaarige Hunde tragen das Gen für Kurzhaarigkeit entweder in homozygoter Form oder in heterozygoter Form, langhaarige Hunde müssen das Gen für Langhaarigkeit in homozygoter Form tragen. Wenn nun aus der (angeblichen) Paarung von zwei langhaarigen Hunden kurzhaarige Nachkommen entstehen, dann kann zumindest einer der beiden Elternteile nicht an dem Wurf beteiligt sein da ja das Gen für Kurzhaarigkeit irgendwoher kommen muss. Da die Richtigkeit der Mutter in den meisten Fällen gewährleistet ist kann es somit nur der Rüde sein, der hier nicht als Vater in Frage kommt. Der Ausschluss einer angegebenen Abstammung durch den Nachweis eines Genes bei den Nachkommen, das bei den Eltern nicht vorkommt ist eine absolut sichere Sache.
Der umgekehrte Beweis, dass also die Abstammung richtig ist, ist nicht so leicht zu führen. Wenn wir bei unserem Beispiel mit der Haarlänge bleiben, dann ist es ja durchaus möglich, dass zwar der angegebene Rüde nicht der Vater ist, dass aber ein anderer langhaariger Rüde die Hündin gedeckt hat und daher die Welpen alle langhaarig sind. Dann ist zwar die Abstammung auch falsch, wir können es aber nicht beweisen. Und wenn wir uns nur auf die Haarlänge als Mittel zur Abstammungsüberprüfung verlassen, werden wir auch nur einen geringen Teil der falschen Abstammungen herausfinden.
Für diesen netten Welpen wäre zumindest einer der beiden Elternteile auszuschließen, da das Gen "B" weder beim Vater noch bei der Mutter nachzuweisen ist.
Gottseidank stehen für Abstammungsüberprüfungen heute Methoden zur Verfügung die den Nachweis falscher Abstammungen mit großer Sicherheit ermöglichen. Die Sicherheit, mit der falsche Abstammungen auch tatsächlich durch eine entsprechende Untersuchung entdeckt werden, liegt bei über 99,99%. Verwendet werden für die Abstammungsüberprüfung sogenannte Mikrosatelliten, das sind Genabschnitte auf der DNA, die für kein bestimmtes Merkmal zuständig sind, sich dafür relativ leicht untersuchen lassen und zudem eine ausgeprägte genetische Vielfalt zeigen. Damit ist gewährleistet, dass nicht zufällig zwei Rüden den gleichen Genotyp in diesen Genorten aufweisen. Und wenn bei einem Welpen ein Gen gefunden wird, das weder beim Vater noch bei der Mutter ebenfalls nachweisbar ist, dann ist seine Abstammung in jedem Fall falsch.
Näheres zur Methodik der Abstammungsüberprüfung findet sich u.a. auf der Webpage der Firma Laboklin, die diese Untersuchungen auch anbietet.
In der Hundezucht sind routinemäßige Abstammungsüberprüfungen, wie sie z.B. in der Rinder- und Pferdezucht seit langem ganz selbstverständlich sind, noch nicht verbreitet. Abstammungskontrollen werden allenfalls in Verdachtsfällen durchgeführt, wenn z.B. die Welpen eine unerwartete Farbe oder ein anderes unerwartetes Merkmal zeigen.
Gerade in der heutigen Hundezucht gibt es aber neben der einfachen Abstammungssicherung auch noch andere Indikationen, die den Einsatz dieser Technik sinnvoll bzw. notwendig erscheinen lassen.
Eine davon ist der inzwischen schon recht verbreitete Einsatz der Zuchtwertschätzung, bei der Informationen über positive und negative Eigenschaften eines Rüden nicht nur aus der Beurteilung bzw. Untersuchung von ihm selber gewonnen werden sondern auch Beurteilungsergebnisse seiner Verwandten die Basis für seinen Zuchtwert darstellen. Es liegt auf der Hand, dass ein solcher Zuchtwert nur dann richtig sein kann, wenn auch die verwandtschaftlichen Beziehungen stimmen. Wenn ein Rüde einen positiven Zuchtwert auf der Basis positiver Leistungen eines Wurfes bekommt, dessen Vater er tatsächlich nicht ist ist das genauso fatal, wie wenn ein Rüde einen negativen Zuchtwert bekommt, weil in einem seiner Würfe Defekte oder Krankheiten nachgewiesen werden und er gar nicht der wirkliche Vater dieses Wurfes ist.
Aber auch ohne den Einsatz einer Zuchtwertschätzung sind Rückschlüsse auf den züchterischen Wert von Rüden und Hündinnen aus ihren Nachkommen üblich und können natürlich nur dann ein gültiges Ergebnis liefern, wenn die Abstammung auch tatsächlich stimmt. Eine züchterische Entscheidung auf der Basis von zahlreichen Ausstellungssiegen der Nachkommen eines Rüden ist genauso fehlerhaft wenn er nicht der Vater ist wie wenn eine solche Entscheidung auf der Basis eines extrem schlechten HD-Befundes eines oder mehrerer Nachkommen getroffen wird.
Zumindest immer dann, wenn bei einem Nachkommen eines guten Rüden ein genetischer Defekt nachgewiesen wird, wäre es empfehlenswert die Abstammung zu überprüfen, bevor der Rüde aus der Zucht genommen wird.
Eine weitere für Hundezüchter auf den ersten Blick möglicherweise etwas befremdliche Einsatzmöglichkeit von Abstammungsüberprüfungen bietet die bewusste Mehrfachdeckung von Hündinnen. Diese kann aber im Einzelfall u.a. im Interesse der Erhaltung genetischer Varianz in einer Rasse durchaus Sinn machen. Viele Hunderassen sind aus populationsgenetischer Sicht als kleine und damit gefährdete Zuchtpopulationen zu betrachten. Eine Möglichkeit den durch genetische Drift bedingten Anstieg der Homozygotie zu verhindern stellt der züchterische Einsatz von möglichst vielen verschiedenen Tieren aus der Population dar. Dabei ist insbesondere der Einsatz von möglichst vielen verschiedenen Rüden von Bedeutung. Wenn man nun einzelne Hündinnen in einer Läufigkeit von zwei verschiedenen Rüden belegen lässt oder Sperma von zwei verschiedenen Rüden überträgt, besteht der resultierende Wurf nicht aus lauter Vollgeschwistern mit sehr ähnlicher genetischer Information sondern zumindest zum Teil aus Halbgeschwistern mit einer größeren genetischen Varianz. Eine solche Vorgehensweise ist allerdings nur dann möglich bzw. züchterisch sinnvoll, wenn man jeden einzelnen Welpen dem richtigen Vater zuordnen kann. Mit den modernen Methoden der Abstammungsüberprüfung gelingt das mit praktisch 100%iger Sicherheit insbesondere dann wenn man die beteiligten Rüden nach ihren individuellen Genotypen in den DNA-Genorten so aussucht, dass sie möglichst verschiedene Gene tragen.
Und nicht zuletzt ist auch bei jeder Forschung, die sich mit der Suche nach Krankheitsgenen oder genetischen Markern für Erkrankungen die Untersuchung von Familien mit abgesicherter Verwandtschaft eine unabdingbare Voraussetzung.

