Künstliche Besamung
Eine fortschrittliche Methode gegen die genetische Verarmung der Rassehundezucht?
Der folgende Text wurde in einer etwas verkürzten Form im Auftrag der Zeitschrift "Hundewelt" verfasst und erschien in der Nummer 4/2007 dieser Zeitschrift
Künstliche Besamung (KB) ist – wenn man sie streng sachlich betrachtet – eine moderne und speziell in der landwirtschaftlichen Nutztierzucht seit vielen Jahren bewährte Methode der Reproduktion. In der Pferdezucht, in der dieses Verfahren zu Beginn mit großer Skepsis betrachtet wurde zählt KB inzwischen auch schon zu den Routinemaßnahmen im Rahmen der Warmblutzucht.
Wie bei jedem technischen Verfahren sind mit der Anwendung der KB Vorteile aber auch Gefahren verbunden, die man kennen und berücksichtigen sollte um größtmöglichen Nutzen aus der Methode zu ziehen
In der Hundezucht herrscht in Hinblick auf KB nach meiner Einschätzung zurzeit eine Einstellung wie anfangs in der Rinder- oder Pferdezucht. Ein großer Teil der Züchter betrachtet das Verfahren mit Misstrauen, einem Misstrauen, das aber in vielen Fällen in erster Linie von unzureichendem Wissen über die relevanten Aspekte der Methodik getragen ist.
Ein wenig mitverantwortlich für das Misstrauen mag auch der Begriff "künstliche Besamung" selber sein, da er ein wenig den Eindruck entstehen lässt, dass hier sozusagen auch "künstliches Leben" geschaffen wird. Nüchtern betrachtet ist die KB aber nichts anderes als eine ganz natürliche Befruchtung bei der die Samenzellen nicht auf direktem Weg durch den Rüden selber sondern auf dem Umweg über den besamenden Tierarzt in die Hündin gelangen. In der Veterinärmedizin wird daher auch bevorzugter weise der Begriff "instrumentelle Samenübertragung" verwendet.
Nach dem Motto „der Feind, den man kennt, ist kein Feind mehr“ sollte eine sachliche und umfassende Auseinandersetzung mit den Vorteilen und möglichen Gefahren der KB helfen, dieses Misstrauen abzubauen und dem Verfahren auch in der Hundezucht zu dem Stellenwert und der Bedeutung zu verhelfen, die sich aus den sachlichen Möglichkeiten ergeben. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die KB in der Hundezucht zum Teil eine ganz andere Rolle spielt bzw. spielen kann als in der Zucht landwirtschaftlicher Nutztiere.
Zunächst seien kurz und wertfrei die rein technischen Aspekte genannt:
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KB ermöglicht eine hygienische Samenübertragung ohne die Gefahr der Übertragung von Infektionen
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Die im Zusammenhang mit KB notwendige engmaschige Untersuchung der Hündin und des Rüden gewährleistet eine hohe Fruchtbarkeit
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KB ermöglicht die Verpaarung von Hunden auch über große Entfernungen
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KB ermöglicht die Konservierung von Sperma
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KB ermöglicht die Befruchtung auch dann wenn eine Belegung auf natürlichem Weg nicht möglich ist.
Abgesehen von den beiden erstgenannten Punkten, deren genauere Diskussion den darauf spezialisierten Fachleuten überlassen bleiben muss, bieten die drei weiteren Punkte sowohl die Möglichkeit einer sinnvollen Nutzung in der Hundezucht aber auch die Möglichkeiten des Missbrauches und können daher langfristig den Hundepopulationen schaden.
Bevor ich auf diese Aspekte eingehe kurz ein paar Worte zum Problem der genetischen Verarmung von Hundepopulationen. Der Vorteil genetischer Vielfalt liegt in einer besseren Anpassungsfähigkeit an wechselnde und belastende Umweltbedingungen. Das gilt für das Einzelindividuum genauso wie für eine Population. Als Spezies zeigt der Hund im Grunde sogar eine sehr große genetische Vielfalt, bedenkt man allein die große Zahl unterschiedlichster Rassen. Einzelne Rassen und damit auch individuelle Hunde vieler Rassen sind aber in ihrer genetischen Vielfalt mehr oder weniger massiv eingeschränkt. Die Konsequenzen, die sich insbesondere für die einzelnen Hunde durchaus verheerend auswirken können liegen einerseits in einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber schädigenden Umwelteinflüssen unterschiedlichster Art. Unter anderem die große Verbreitung von allergischen oder Immunvermittelten Erkrankungen aber auch von Futtermittelunverträglichkeiten zeigen eindringlich die schon fast alltäglichen Konsequenzen für die betroffenen Hunde. Auf der anderen Seite ist auch die in vielen Rassen starke Verbreitung unterschiedlichster genetischer Defekte eine Folge der durch die genetische Verarmung bedingten zunehmenden Homozygotierung rezessiver Defektgene.
Der Grund warum das Problem der genetischen Verarmung gerade in Hunderassen so verbreitet ist, liegt einerseits in der durchwegs geringen bis sehr geringen Populationsgröße anderseits aber auch in bewusst eingesetzten Zuchtstrategien, die in erster Linie auf die Verbesserung des Formwertes abzielen. Hier sind es vor allem Linienzucht und der übermäßige Zuchteinsatz einzelner besonders gefragter Rüden die zu einer Verstärkung der genetischen Verarmung beitragen. Paradoxerweise führen aber auch die legitimen und notwendigen Selektionsmaßnahmen gegen genetische Defekte zu einer weiteren Reduzierung der genetischen Vielfalt. Denn mit jedem Tier, das wegen eines Erbfehlers aus der Zucht ausgeschlossen wird gehen der Population auch dessen positive Gene verloren.
Im Licht dieser Problematik kann nun der instrumentellen Samenübertragung in der Hundezucht eine besondere Bedeutung im positiven aber auch im negativen Sinn zukommen.
Verpaarung von Hunden auch über große Entfernungen
Dieser Aspekt ermöglicht die Verwendung populationsfremder Hunde der eigenen Rasse (z.B. Verwendung eines US-Rüden für Europäische Hündinnen) und damit zunächst einmal eine Erweiterung der genetischen Varianz, oft auch als „Blutauffrischung“ bezeichnet. Dieser an sich positive Effekt kann sich aber langfristig gesehen ins Gegenteil verwandeln wenn
a) der populationsfremde Rüde selber oder einer seiner direkten Nachkommen im Übermaß züchterisch genutzt wird.
b) dieser Rüde Träger eines oder mehrerer Defektgene ist, die bisher in der Population noch nicht vorhanden waren.
Problematisch wird der Aspekt der „Fernverpaarung“ auch dann, wenn einzelne ohnehin bereits im Übermaß genutzte Rüden über die Möglichkeit der KB für eine noch größere Anzahl von Hündinnen verfügbar sind.
Konservierung von Sperma durch Tiefgefrieren
Im Sinne der Möglichkeiten zur Erhaltung der genetischen Varianz einer Population ist dieser Aspekt der am meisten Erfolg versprechende. Denn die Konservierung von Sperma bietet verschiedene Vorteile:
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Man kann junge viel versprechende Rüden zunächst probeweise einsetzen, danach Sperma konservieren und wenn man einen Überblick über die Qualität ihrer Nachkommen hat allenfalls auch noch nach Jahren das züchterische Potential dieser Rüden nutzen.
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Man kann von züchterisch bewährten Rüden, die man nicht mehr im Sinne eines Popular Sire im Übermaß einsetzen will Sperma konservieren und dieses noch Generationen später nutzen.
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Die wichtigste und interessanteste Möglichkeit speziell im Sinne der Erhaltung bzw. Verbesserung der genetischen Vielfalt besteht darin dass man von Rüden die aktuell aus verschiedensten Gründen nicht in der Zucht eingesetzt werden, Sperma konserviert und dieses zu einem späteren Zeitpunkt nützt. In diesem Fall sind natürlich die Gründe zu berücksichtigen, die einen aktuellen Zuchteinsatz eines Rüden verhindern. In vielen Fällen hat aber die Entscheidung gegen einen Zuchteinsatz eines Rüden nichts mit fehlender züchterischer Qualität zu tun sondern liegt einfach im persönlichen Entscheidungsbereich des Besitzers. Nicht jeder Rüdenbesitzer hat Lust, Zeit oder das Geld sich den unvermeidlichen Ausstellungen, Leistungs-, Wesens- und sonstigen -prüfungen zu unterziehen, die dem Zuchteinsatz eines Rüden vorausgehen. Dennoch kann so ein Rüde sehr positive Eigenschaften besitzen, die sich auch im Laufe seines Lebens zeigen. So ist sicherlich ein Rüde, der 15 Jahre alt geworden ist, kaum jemals einen Tierarzt gebraucht hat und sein Leben lang seinem Besitzer und seinem sonstigen menschlichen und tierischen Umfeld ein verträglicher und angenehmer Gefährte war auch ohne große Ausstellungs- und Prüfungserfolge als züchterisch wertvoll für die Population anzusehen.
Befruchtung auch wenn eine Belegung auf natürlichem Weg nicht möglich ist
Dies ist sicherlich auf den ersten Blick die unerwünschteste bzw. problematischste Form des Einsatzes von KB. So formulieren auch alle FCI-anerkannten Zuchtverbände in den Zuchtstatuten, dass eine KB, wenn überhaupt, nur dann zulässig ist, wenn beide Paarungspartner vorher bereits zumindest einmal einen Wurf über eine natürliche Paarung gebracht haben. Diese Bestimmung macht auch grundsätzlich Sinn, zumindest für viele Rassen. Im Zusammenhang mit der Erhaltung der genetischen Vielfalt aber nicht für alle. Denn die Wirklichkeit ist nun mal nicht immer so, wie Zuchtverbände sie nach außen hin scheinen lassen wollen. Blickt man hinter die Kulissen dann findet man Rassen, bei denen der natürliche und unkomplizierte Deckakt die absolute Ausnahme darstellt. Sei es, dass die rassetypische Anatomie eine natürliche Annäherung der Partner verhindert, sei es, dass durch generationenlange "Nachhilfe" beim Deckakt das normale Deckverhalten bereits der genetischen Drift, also der Zufallsveränderung unterworfen war. Und dann gibt es natürlich auch noch die Fälle in denen anatomische Anomalien des Genitaltraktes wie z.B. Scheidenspangen bei der Hündin oder Vorhautverengung beim Rüden eine natürliche Deckung verhindern. Aber auch fehlende Sympathie zwischen den Paarungspartnern kann einen natürlichen Deckakt in Frage stellen. Auch dieses Problem ist in manchen Rassen bekannt.
Insbesondere dann, wenn, wie es heute recht üblich ist, Hündinnenbesitzer weite Reisen auf sich nehmen um zum Rüden ihrer Wahl zu kommen, sind vergebliche Deckbemühungen unweigerlich mit einem hohen Ausmaß an Frustration verbunden und stellen auch in ökonomischer Hinsicht eine nicht unwesentliche Belastung für den Besitzer der Hündin dar. Es ist anzunehmen dass nicht wenige potentielle Züchter nach solchen Erfahrungen die Lust bzw. die Motivation für weitere Versuche verlieren und dass damit die betreffenden Hunde der Population als Zuchttiere verloren gehen.
Dass die Deckproblematik als rassetypisches Merkmal durchaus bereits Geschichte hat mag ein Auszug aus einem "Klassiker" der Hundezucht, der sicherlich bei einem Großteil der Züchter im Bücherregal vertreten ist, zeigen. Gemeint ist das Buch von Dr. Dieter Fleig, "Die Technik der Hundezucht". So wird hier der Paarungsvorgang (Seite 71-72) wie folgt beschrieben:
Im günstigsten Fall darf die Hündin ihren Liebhaber erst einmal an der Leine begrüßen. Nach dem Beschnuppern geht es dann aber gleich zur Sache. Der Hündinnenbesitzer erhält die Anweisung, sich vor seiner Hündin zu postieren, sie fest am Halsband zu halten, keinesfalls nach vorne oder seitlich entweichen zu lassen. Nun führt der Rüdenbesitzer seinen Rüden von hinten an die Hündin heran, dieser darf kurz schnuppern oder lecken, steigt auf, klammert und arbeitet sich nach vorne. Findet er seinen Weg nicht, - was sehr häufig bei Erstlingsrüden der Fall ist - so kriecht der Rüdenbesitzer selbst unter die Hunde, stützt die Hündin ab, damit sie nicht einknickt. Dann manipuliert er die Scheide so, dass der Rüde im Vorwärtsstoßen sein Ziel findet. Routinierte Rüden sind an eine solche Hilfestellung gewöhnt. Sie stoßen nach vorne durch. Und jetzt umfasst der geübte Rüdenbesitzer von hinten beide Partner, je nach Größe der Hündin verschränkt er beide Hände unter dem Bauch der Hündin, drückt gleichzeitig mit beiden Knieinnenseiten gegen die Hinterschenkel des Rüden. Dies ist eine Umklammerung, die technisch so geschickt ist, dass dem "glücklichen Paar" eigentlich keine andere Wahl bleibt, als so zusammengepresst zu verharren."
Und eine Seite weiter wird ein außenstehender Beobachter einer solchen Paarung zitiert:
"Wenn das bei Menschen auch so schwierig wäre, ginge ich ins Kloster".
So schwierig ist es nun tatsächlich nicht bei allen Rassen. Gottseidank. Aber es gibt Rassen, bei denen die oben genannte Technik, die nun wirklich nichts mit einer natürlichen freiwilligen Paarung zu tun hat, zumindest eine häufige Notwendigkeit darstellt.
Dass diese Rassen dennoch nach wie vor existieren verdanken sie in vielen Fällen der Phantasie bzw. der Tatkraft ihrer Züchter. Von den oben beschriebenen Zwangsverpaarungen, bei denen Rüde und Hündin praktisch ineinander gesteckt werden, bei denen bisweilen die Rolle des fixierenden Hündinnenbesitzers von einem eigens konstruierten Holzgestell übernommen wird, in dem die Hündin festgeschnallt wird, über den Einsatz von so genannten "Rucksackrüden" (in Anlehnung an die Bezeichnung "Rucksackbulle" für die Tierärzte, die in den Anfängen der KB beim Rind den Samen im Rucksack auf den Hof mitgebracht haben), über die Samenübertragung durch Rüden- oder Hündinnenbesitzer selber zum Teil mit Hilfe von über das Internet erhältlichen Verdünnungslösungen, bis zum Einsatz von Metalltrichtern als "Einfädelhilfe" für den Rüden reicht die Palette der Maßnahmen die eingesetzt werden, wenn es denn nicht auf natürlichem Wege klappt. Und all das wird zum Teil gemacht, um zumindest offiziell die strengen FCI-Regeln zu befolgen. Welche Konsequenzen solche Vorgehensweisen für die beteiligten Hunde haben können kann man sich mit nur ein wenig Phantasie vorstellen. Viele Züchter – und ich möchte mal davon ausgehen, dass es die vernünftigeren und seriöseren sind - wenden sich trotz der FCI-Regeln an einen Tierarzt und lassen eine zwar heimliche aber zumindest "lege artis" durchgeführte instrumentelle Samenübertragung machen.
Ich möchte hier nicht missverstanden werden. Meine persönliche Präferenz liegt ganz klar bei einem natürlichen und unkomplizierten Deckakt. Aber meine Präferenz liegt auch bei mittelgroßen, normal proportionierten Hunden, die ohne Bewegungs-, Atem- oder sonstige Probleme eine normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität erreichen und ihre Welpen auf normalem Weg auf die Welt bringen. Und bei wie vielen Rassen nimmt man zugunsten eines mehr oder weniger von dieser Optimalvorstellung abweichenden Rassestandards billigend in Kauf, dass eben diese Punkte nicht zutreffen.
Wenn wir den Hund als das Kulturprodukt, das er nun einmal im Laufe des Domestikationsprozesses geworden ist akzeptieren, und dabei u.a. auch akzeptieren, dass er sich weder sein Futter selber in freier Wildbahn erjagen kann noch sich nach seinem eigenen Ermessen fortpflanzen kann, dann ist eigentlich nur mehr ein kleiner Schritt zur Akzeptanz der KB als Hilfestellung bei der Fortpflanzung.
Und im Gegensatz zu den zahlreichen mehr oder weniger bewusst in Kauf genommen Einschränkungen der Lebensqualität durch genetische Defekte tut dem Hund selber die KB in jedem Fall nicht weh.
Wie jede andere Form von Zuchtstrategien sollte auch der Einsatz von künstlicher Besamung rassespezifisch geregelt werden. So unterschiedlich die einzelnen Rassen in ihren Eigenschaften sind so unterschiedlich sollten auch die jeweils für die Rassen passenden Zuchtstrategien sein. Auch und insbesondere die Frage des Einsatzes der künstlichen Besamung.
Die positiven Aspekte, die sich aus den Möglichkeiten der Paarung auch über große Distanzen und aus der Möglichkeit der Langzeitkonservierung von Sperma ergeben können für jede Rasse nach Bedarf und Möglichkeit genutzt werden.
Der Einsatz von KB als Deckunterstützung bei Vorliegen natürlicher Deckhindernisse sollte allerdings für jede Population speziell und nach genauer und ehrlicher Analyse des Ist-Zustandes und der Populationsstruktur geklärt werden. So ist bei Rassen, bei denen die natürliche Paarung die Norm darstellt und Deckprobleme die Ausnahme sind, die FCI-Regelung (KB nur wenn beide Partner bereits einmal auf natürlichem Weg einen Wurf gemacht haben) absolut sinnvoll und auch aus populationsgenetischer Sicht uneingeschränkt zu befürworten.
Bei Rassen aber, bei denen ein natürlicher Deckakt bereits die Ausnahme darstellt und bei denen vielleicht auch noch auf Grund einer geringen Populationsgröße die genetische Varianz massiv gefährdet ist, wäre es sicher sinnvoller, KB auch für Erstbelegungen zuzulassen. Zu empfehlen wäre allenfalls in solchen Fällen abzuklären ob spezielle Fehler vorliegen, die unabhängig von den Deckproblemen als Zuchtausschlussgrund anzusehen sind (Erkrankungen des Bewegungsapparates, Missbildungen des Genitaltraktes, Verhaltensstörungen im Sinne erhöhter Aggressivität etc.)
In jedem Fall würde in solchen Fällen die offizielle Möglichkeit zur Durchführung einer KB auch bei Erstbelegungen verhindern, dass Deckungen unter fragwürdigen Bedingungen stattfinden, die sich weder mit klinisch-hygienischen Standards noch mit den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes vereinbaren lassen. Und die letztlich in keiner Weise zu einer Erhaltung der natürlichen Paarungsverhalten beitragen können.
