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Auf diesen Seiten sollen in loser Folge Gedanken und Überlegungen zur Hundezucht thematisiert werden, die sich im Zuge meiner täglichen Arbeit, meiner beruflichen und privaten Auseinandersetzung mit der Hundezucht, mit Hunden und mit Hundezüchtern aber auch mit neuen und aktuellen Aspekten der wissenschaftlichen Bearbeitung genetischer Aspekte der Hundezucht ergeben.
Diese Gedanken entsprechen einer Sicht der Dinge, die sich in meiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit vielen Bereichen der Hundezucht und mit vielen Bereichen der Wissenschaft ergeben hat. Sie sollen ein Gedankenanstoß zur eigenen Auseinandersetzung mit den verschiedenen komplexen Bereichen der Hundezucht sein und in diesem Sinn zur Meinungsbildung einerseits aber auch zur Entscheidungsfindung bei individuellen Problemen von Züchtern oder Zuchtverbänden beitragen.
Aber auch für Tierärzte, die in ihrer praktischen Arbeit mit Fragestellungen aus dem Bereich der Hundezucht und Hundegenetik konfrontiert sind, sind diese Seiten gedacht. Denn erfolgreiche Zuchtarbeit ist heute nur mehr in einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Züchtern und Tierärzten möglich. Züchterische Beratung wird somit nach meiner Einschätzung in Zukunft ein elementarer Bestandteil der tierärztlichen Praxis sein, der in der veterinärmedizinischen Ausbildung allerdings eher zu einem Schattendasein verurteilt ist. Umso wichtiger erscheint es mir, dass praktizierende Tierärzte nicht nur mit den praktischen reproduktionsmedizinischen Aspekten der Hundezucht vertraut sind, sondern sich auch mit dem mehr theoretisch orientierten populationsgenetischen Bereich vertraut machen.
Thema dieser Website sind Hunde, Hundezucht und damit verbundene Problembereiche. Dabei kommt es mir insbesondere darauf an die Themen derart aufzubereiten dass sie nicht nur der Fachmann sondern insbesondere auch der Laie mit Gewinn lesen kann. Ich hoffe so einen Beitrag dazu zu leisten dass wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis von Hundehaltung und Hundezucht einfließen und so das öffentliche Problembewusstsein hinsichtlich populationsgenetischer, veterinärmedizinischer und methodischer Zusammenhänge geschärft wird. Dies erscheint mir deshalb besonders notwendig weil die Haltung und Zucht von Hunden in zunehmendem Maße durch gesetzgeberische Maßnahmen, die durchaus nicht immer dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechen, reguliert werden.
Die Schaffung von Problembewusstsein ist mir auch im Bereich tierschutzrelevanter Fragen, die im Bereich der Hundezucht zunehmend an Bedeutung gewinnen, ein Anliegen.
Das Verhältnis der Wissenschaft zu ihrem Gegenstandsbereich - der Kynologie also im weitesten Sinne - ist kein unproblematisches: Nicht nur dass dieser noch unzureichend erforscht und auch manches unklar und strittig ist sondern insbesondere auch weil in die Thematik unvermeidlich persönliche Wertvorstellungen mit eingehen die sich nicht notwendigerweise von selbst verstehen. In diesem Zusammenhang bekenne ich mich zur Rolle des Tierarztes als Anwalt der Tiere dem es u. A. aufgetragen ist deren Interessen in der Gesellschaft angemessen Geltung zu verschaffen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse bedürfen der Interpretation und Einordnung in einen größeren Zusammenhang um praktisch wirksam zu werden. Dieser Vorgang kann nicht völlig frei sein von einer subjektiv gefärbten Sichtweise der Dinge. Insofern kommt hier nicht nur der Wissenschaftler sondern zugleich auch jemand zu Wort dem die artgerechte Zucht und Haltung von Hunden und deren gelingendes Zusammenleben mit Menschen auch ein persönliches Anliegen ist. Ich bin der Auffassung dass sich diese unterschiedlichen Perspektiven nicht ausschließen sondern vielmehr ergänzen, sich gegenseitig korrigieren und befruchten.
Die Seiten sind allerdings nicht gedacht als Einführung in Basisgrundlagen der Genetik. Dazu gibt es ausgezeichnete Literatur wie z.B. von Inge Hansen, Friedmar Krautwurst oder Helga Eichelberg um nur die neueren zu nennen. Aber auch das Internet bietet zahlreiche Quellen in denen Grundbegriffe und Basiszusammenhänge der Genetik erklärt werden. Auf solche Quellen wie z.B. Wikipedia wird in den Texten dort verwiesen wo mir Erklärungen angebracht erscheinen.
Und somit wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und Stöbern und hoffe, dass Sie aus diesen Seiten für Ihren eigenen Umgang mit den verschiedenen Bereichen der Hundezucht einen größtmöglichen Nutzen ziehen können.
Sollten Sie darüber hinaus noch spezielle Fragen haben oder zu einem individuellen züchterischen Problem Beratung brauchen, können Sie sich gerne per E-Mail an mich wenden.
Ottendorf im Dezember 2010
Irene Sommerfeld-Stur