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In der Übersicht finden Sie die ersten 1-2 Absätze eines jeden Artikels, sortiert nach Erstellungsdatum, - den neuesten also jeweils als ersten.

Übersicht: Erbfehler und ihre Bekämpfung

Was sind Popular Sires ?

Der Begriff des "Popular Sires" ist in den letzten Jahren fast zum Modewort in der Tierzucht geworden. Insbesondere in solchen Arbeitsgruppen, die sich vermehrt mit den Problemen der Erhaltung der genetischen Vielfalt in tierischen Zuchtpopulationen beschäftigen ist der "Popular Sire" sozusagen zum Inbegriff des Schädlichen geworden.

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Popular Sires - Inzucht und genetische Varianz

Der sogenannte "Popular-Sire-Effekt kann sich  in einer Zuchtpopulation dramatisch auswirken. Diese Problematik  wird in vielen Rassen bereits in ihrer Zuchtstrategie berücksichtigt, im Wesentlichen in Form einer Decklimitierung für Rüden. Was dabei aber oft nicht bedacht wird ist, dass Popular Sires nicht nur negativ zu bewerten sind und dass allzu strenge Decklimitierungen nicht nur Vorteile bringen.

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Decklimitierung für Rüden

Decklimitierung für Rüden ist sicherlich eine der einfachsten und effizientesten Möglichkeiten zur Limitierung des Inzuchtanstiegs, der in geschlossenen kleinen Zuchtpopulationen unweigerlich zu einem mehr oder weniger starken Verlust an genetischer Vielfalt führt.

Sowohl aus populationsgenetischer Sicht als auch in Hinblick auf die praktische Durchführung gibt es aber einige Punkte, die dabei bedacht werden sollten.

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Rassespezifische Zuchtstrategien

Die zum Teil explosionsartige Zunahme von genetischen Defekten führt zur Notwendigkeit klassische Zuchtstrategien zu überdenken. War noch vor wenigen Jahren die Präsentation eines Hunde auf Ausstellungen mit entsprechend positiver Bewertung sowie allenfalls ein günstiger HD-Befund ausreichende Voraussetzung für die Zuchtzulassung  so sind in vielen Rassen heute eine zum Teil unüberschaubare Anzahl an speziellen Untersuchungen notwendig oder vorgeschrieben um die Anforderungen an die Zulassung zur Zucht zu erfüllen. Daneben bleiben aber auch andere Beurteilungskriterien unverändert wichtig, wie Formwert, Typ, Wesen oder spezielle Leistungen. Dazu kommt die verbreitete Forderung vieler Züchter, dass nur das beste gut genug ist für die Zucht.

Berücksichtigt man aber das ebenso klassische englische Sprichwort "Nobody is perfect" dann zeigen sich insbesondere ob der Vielfalt an Forderungen für das was als "das Beste" für die Zucht geeignet erscheint sehr schnell die natürlichen Grenzen dieser Zuchtstrategie.

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Werden unsere Rassehunde immer kränker?

Wenn man die Geschehnisse rund um die Rassehundezucht verfolgt, kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass es immer mehr und immer häufiger auftretende genetisch bedingte Erkrankungen in den verschiedenen Rassepopulationen gibt. War es vor vielleicht 20 Jahren in erster Linie die Hüftgelenksdysplasie die als genetisch bedingte Erkrankung die Aufmerksamkeit der Züchter forderte so sind es heute zahlreiche Erkrankungen verschiedenster Organsysteme, bei denen eine genetische Grundlage vermutet wird oder sogar bekannt ist und die daher im Rahmen der züchterischen Selektion berücksichtigt werden sollten. Und war es bis vor kurzem gerade mal das verbreitete HD-Screening, das als Gesundheitsvorsorgeuntersuchung vor dem Zuchteinsatz von vielen Zuchtverbänden gefordert wurde so sind es heute Ellbogen-, Kniescheiben-,Augen-, Herz-, Schilddrüsen-, Nieren-, Leber-, Darm-, Haut- oder neurologische Erkrankungen, die bei der Zuchtwahl berücksichtigt werden müssen und die bei den Zuchttieren diagnostisch erfasst werden müssen.

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Was ist denn eigentlich Screening?

Der Begriff der Screening-Diagnostik ist zwar untrennbar mit der heutigen Rassehundezucht verbunden, dennoch sind für viele der damit Befassten die Grundsätze und Besonderheiten dieser speziellen Diagnoseform nicht ausreichend bekannt.

Screening in der wörtlichen Übersetzung bedeutet soviel wie "durchmustern", im praktischen Sinn bedeutet Screening Untersuchung einer bestimmten Auswahl von Individuen in Hinblick auf eine ganz bestimmte Erkrankung oder ein ganz bestimmtes Symptom.

Im Rahmen der normalen klinischen Diagnostik ist der Tierarzt mit einem Tier konfrontiert, das mit einem oder mehreren klinischen Symptomen vorgestellt wird. Ziel der Diagnosestellung ist festzustellen was diesem bestimmten Tier fehlt, das Endziel ist eine geeignete Therapie zu finden um das Tier wieder gesund zu machen.

Ganz anders bei der Screeningdiagnostik. Hier geht es nicht darum festzustellen, was einem Tier fehlt sondern ob es eine ganz bestimmte Erkrankung hat. Das Tier zeigt zum Zeitpunkt der Screeningdiagnose üblicherweise keine Symptome. Das Endziel im Rahmen züchterischer Screeninguntersuchungen ist festzustellen, ob ein bestimmter Hund nach den Zuchtbestimmungen des zuständigen Verbandes zur Zucht geeignet ist oder nicht.

Normale klinische Diagnostik und Screeningdiagnostik laufen somit unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen ab. Und damit sind auch die Anforderungen an die Diagnoseverfahren ganz unterschiedlich.

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Diagnostische Sicherheit

Die Bedeutung einer richtigen Diagnose liegt auf der Hand. Nichtsdestoweniger kann man sowohl im klinisch veterinärmedizinischen Bereich als auch im züchterischen Bereich nicht mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass eine aktuelle Diagnose den tatsächlichen Zustand des untersuchten Hundes widerspiegelt. Die Intention bei der Etablierung diagnostischer Verfahren liegt aber immer darin eine möglichst hohe Diagnosequalität zu gewährleisten. Dabei sind es im Wesentlichen zwei Qualitätskriterien die eine Aussage über die diagnostische Sicherheit einer bestimmten Methode liefern.

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Wie normal ist “normal”?

Die Differenzierung zwischen krank und gesund ist nicht nur im kurativ veterinärmedizinischen Bereich eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche tierärztliche Intervention sondern auch im züchterischen Bereich die Basis jeder Selektion gegen Erbkrankheiten bzw. Selektion auf gesunde Hunde.

Sucht man z.B. im Internet nach einer Definition von "gesund" oder von "krank" findet man fast unendlich viele Ansätze, die je nach Kontext zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen. Beschäftigt man sich etwas ausführlicher mit der Frage kommt man irgendwann zu dem Schluss, dass eine exakte und allgemeingültige Definition der beiden Begriffe de facto nicht möglich ist.

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Molekulargenetische Diagnostik

Seit vor einigen Jahren die molekulargenetische Diagnostik von genetischen Defekten auch in die Hundezucht Einzug gehalten hat ist es wohl der Wunschtraum jedes Züchters alle für seine Rasse relevanten Erbfehler mittels dieser Methode erfassen und damit effizient und vollständig aus der Population eliminieren zu können. Eine der häufigsten Anfragen der letzten Zeit betrifft die Frage ob denn ein bestimmter Defekt molekulargenetisch nachweisbar ist. In den meisten Fällen lautet die Antwort allerdings immer noch "nein" obwohl die Entwicklung molekulargenetischer Methoden für die Hundezucht geradezu explosionsartig fortschreitet.

Es ist keine Frage - im Vergleich mit allen anderen Screeningverfahren hat die molekulargenetische Diagnostik eigentlich nur Vorzüge. Sie erfüllt praktisch alle Anforderungen die an züchterische Screeningverfahren zu stellen sind und kann im Gegensatz zu den klinischen Screeningverfahren auch noch zwischen homozygoten Merkmalsträgern und heterozygoten Anlagenträgern unterscheiden. Damit löst sie eines der größten praktischen Probleme der Hundezucht, die Geburt von kranken Nachkommen aus völlig gesunden Elterntieren. Das lebenslang konsistente Untersuchungsergebnis ermöglicht zudem eine Selektion bereits bei der Auswahl der Welpen. Die praktisch 100%ige Sensitivität und Spezifität des Untersuchungsergebnisses, die zumindest beim direkten Gennachweis gegeben ist, gewährleistet eine genaue Differenzierung zwischen für die Zucht geeigneten und für die Zucht nicht geeigneten Hunden.

Aber auch dieses praktisch ideale Instrument sollte nicht unüberlegt eingesetzt werden sondern an die jeweils aktuelle genetische Situation einer Rasse angepasst werden.

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Qualzucht

Dieser Aufsatz ist eine überarbeitete und aktualisierte Version eines ursprünglich im Auftrag des ÖKV erstellten Gutachtens. Er stellt einen Literaturreview dar und beruht nicht auf eigenen Untersuchungen. Literatur wurde bis zum Jahr 2003 berücksichtigt.

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